Sternenhimmel im Juni: Sommersonnwende und Sternenvögel
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Sternenhimmel im Juni: Sommersonnwende und Sternenvögel

Bild: Foto: Besenbinder, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Mit seinen kurzen Nächten bietet der Juni nicht unbedingt optimale Bedingungen für Astronomie-Fans. Doch was sich am Nachthimmel tut, ist durchaus einen Blick wert. Das Sternenband der Milchstraße leuchtet momentan besonders prächtig, es gibt einen rekordverdächtigen Mini-Vollmond und der Saturn steht in Opposition. Am 21. Juni erwartet uns zudem der längste Tag des Jahres.

Sommersonnwende und kurze Nächte

Im Juni hat die Nacht bei uns einen schweren Stand. Denn die Sonne dominiert nicht nur den Tag, sie steht auch bis weit in die Nacht hinein am Himmel. Am 21. Juni erreicht sie dabei ihren Höhepunkt: Es ist Sommersonnwende - der längste Tag des Jahres. Mehr als 16 Stunden lang ist es dann Tag und die Sonne steht so hoch wie sonst nie im Jahr. Jenseits des Nordpolarkreises geht die Sonne zurzeit überhaupt nicht mehr unter – hier herrscht 24 Tagen lang Tag.

Bei uns ist in diesen Tagen auch die Dämmerung länger als sonst: Es kann nach Sonnenuntergang bis zu drei Stunden dauern, bis wirklich Nacht herrscht. Morgens beginnt die erste Dämmerung schon kurz nach Mitternacht. Als Folge werden die Nächte im Norden Deutschlands jetzt nicht mehr richtig dunkel – ein letztes schwaches Restlicht bleibt die gesamte Nacht über erhalten. Selbst in Süddeutschland dauert die stockfinstere Nacht nur maximal zwei Stunden.

Großer Auftritt für die Milchstraße

Trotz kurzer Nacht lohnt aber auch in diesen Wochen ein Blick in den Nachthimmel. Denn gerade jetzt ist unsere Heimatgalaxie in voller Pracht zu sehen. Der Grund: Im Sommer steht der dichteste und schönste Teil der Milchstraße genau über uns: das galaktische Zentrum. Es bildet ein helles Sternenband, das hoch in den Himmel hinaufreicht. Fast senkrecht steht die Milchstraße im Sommer auf dem Horizont und ist daher besonders gut zu sehen.

Anfang Juni überstrahlt zwar der Mond in der ersten Nachthälfte noch das Sternenband, doch in der zweiten Monatshälfte können wir die Milchstraße schon vom Abend an über dem Südhorizont stehen sehen. Allerdings: In den Großstädten ist die Lichtverschmutzung durch die vielen Lampen inzwischen so stark, dass die Milchstraße kaum mehr sichtbar ist – das Streulicht macht den Himmel zu hell.

Sternenvögel und Sommerdreieck

Scheinbar mitten auf dem hellen Band der Milchstraße ziehen jetzt zwei prominente Sternbilder ihre Bahn: der Adler und der Schwan. Beide bestehen aus hellen Sternen, die wie ein Kreuz oder ein Vogel mit ausgebreiteten Schwingen angeordnet sind. Der Adler scheint dabei nach Nordosten zu fliegen, dem Schwan entgegen.

Die hellsten Sterne dieser Sternbilder, Deneb im Schwan und Altair im Adler, sind zudem ein Erkennungszeichen des Sommers. Denn sie bilden zwei Ecken des Sommerdreiecks. Die dritte Ecke wird vom Stern Wega in der Konstellation Leier gebildet. Beim Sommerdreieck handelt es sich nicht um ein Sternbild, sondern um einen sogenannten Asterismus – ein Muster am Himmel, das aus Sternen verschiedener Konstellationen zusammengesetzt ist.

Jupiter als "Abendstern", Saturn in Opposition

Unter den Planeten sind nach wie vor Jupiter und Venus die Stars am Nachthimmel: Der Gasriese Jupiter steht direkt nach Sonnenuntergang als heller Lichtpunkt am Abendhimmel und überstrahlt die ersten Sterne dabei bei weitem. Gegen 02:30 Uhr am Morgen des 4. Juni hat er eine nahe Begegnung mit dem zunehmenden Mond: Jupiter steht dann nur einen Fingerbreit vom Erdtrabanten entfernt am Himmel.

Ebenfalls gut zu sehen ist in diesen Wochen der Ringplanet Saturn, denn er erreicht am 15. Juni seine Opposition: Er steht dann von uns aus gesehen der Sonne genau gegenüber und wird dadurch voll von ihr angestrahlt. In der Nachtmitte leuchtet der Saturn als heller Lichtpunkt zudem genau auf dem Band der Milchstraße. Mit einem Teleskop kann man jetzt die Ringe des Saturn besonders gut beobachten.

Die Venus und ein Mini-Vollmond

Die Venus hat in diesem Monat die Morgenschicht übernommen: Sie strahlt als hellster Lichtpunkt vor der Morgendämmerung am Himmel und geht jetzt jeden Morgen ein wenig früher auf. Zur Sommersonnwende am 21. Juni kommt sie besonders gut zur Geltung, denn dann begegnen sich Venus und die schmale Mondsichel am Morgenhimmel.

Am 15. Juni ist Vollmond – und dieser ist diesmal besonders klein. Erst im Jahr 2029 wird es wieder einen ähnlich kleinen Vollmond geben. Weil der Mond zu diesem Zeitpunkt an einem sehr erdfernen Punkt seiner Bahn steht, erscheint der Mond deutlich schmächtiger als sonst. Gleichzeitig erscheint er auch um etwa 20 Prozent dunkler. Insgesamt geht der Mond abends im Westen in den Frühlingssternbildern auf und wandert dann im Verlauf der Nacht nach Osten.

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