Sternenhimmel im November 2016
Natur & Umwelt

Sternenhimmel im November 2016

Bild: Foto: kuhnmi, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

In diesem November tut sich am Himmel einiges: Den Höhepunkt bildet Mitte des Monats der größte und nächste Vollmond der letzten Jahrzehnte – ein besonders beeindruckender Anblick. Eingerahmt wird dieses Ereignis von gleich zwei Meteorschauern, den Tauriden und den Leoniden. Und natürlich stehen jetzt auch die schönen Wintersternbilder in voller Pracht am Himmel.

Rekordverdächtiger "Supermond"

Am 14. November erwartet uns ein besonders beeindruckender Anblick. Denn an diesem Tag fällt der Vollmond fast genau mit dem erdnächsten Punkt der Mondbahn, dem sogenannten Perigäum, zusammen. Dadurch erscheint der Vollmond bis zu 30 Prozent heller und bis zu 14 Prozent größer am Nachthimmel als normal.

Einen so stark ausgeprägten "Supermond" wie diesmal gab es nicht mehr seit dem Jahr 1948. Den nächsten ähnlich nahen und großen Vollmond wird es erst wieder am 15. November 2034 geben. Es lohnt sich also, den Trabanten der Erde einmal ausgiebig zu bewundern oder zu fotografieren. Sollte das Wetter nicht mitspielen, gibt es am 14. Dezember noch einmal eine Chance: Auch dann wird es noch einmal einen fast so nahen und großen Vollmond geben.

Am 25. November ist der Supermond zwar längst wieder zur schmalen Sichel geschrumpft. Diese aber wandert dafür gegen 4 Uhr früh sehr nah am hellen Jupiter vorbei. Beide trennen dann nur rund 1,5 Grad – auch das ein schöner Anblick.

Sternschnuppen, die Erste: die Tauriden

Und noch ein weiteres leuchtendes Highlight gibt es im November – und das gleich zweimal: Es erwarten uns zwei Meteorschauer. Den Anfang machen um den 10. November herum die Nördlichen Tauriden. Dieser Sternschnuppen-Regen hat seinen Ursprung in Staubteilchen aus dem Schweif des Kometen 2P/Encke. Die Erde passiert einen Teil dieses Schweifs in der ersten Novemberhälfte und dabei treffen viele dieser Partikel auf die Erdatmosphäre und verglühen.

Weil einige dieser Staubteilchen relativ groß sind, gibt es bei diesem Meteorschauer zwar nur wenige Sternschnuppen pro Stunde, dafür ist der Anteil besonders heller "Feuerkugeln" höher als bei manch einem bekannteren Sternschnuppen-Regen. Zudem kann man die Meteore in der zweiten Nachthälfte ganz ohne den störenden Mond beobachteten.

Sternschnuppen, die Zweite: die Leoniden

Deutlich bekannter ist der Meteorschauer der Leoniden. Er erreicht in der Nacht vom 17. auf den 18. November seinen Höhepunkt. Wie die leuchtenden Sternschnuppen dabei ihren Ursprung im Sternbild Löwe zu haben scheinen, heißen sie nach ihm Leoniden. In Wirklichkeit jedoch gehen sie auf den Staubschweif des Kometen 55P/Temple-Tuttle zurück, den die Erde um diese Zeit durchfliegt.

Alle 33 Jahre, wenn die Erde durch einen besonders dichten Teil dieses Staubschweifs fliegt, kann man am Himmel einen wahren Sternschnuppen-Schwarm beobachten. Zuletzt war dies im Jahr 2003 der Fall. Astronomen schätzen, dass die Leoniden uns in diesem Jahr aber nur bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde bescheren werden. Damit fällt dieser Schauer diesmal eher bescheiden aus. Hinzu kommt, dass der Mond in dieser Nacht noch fast dreiviertel groß und prominent am Himmel steht und viele der Meteore überstrahlen wird.

Sternbilder: Großer Auftritt für Stier und Orion

Während am frühen Abend noch die Herbststernbilder im Süden hoch am Himmel stehen, steigen im Osten schon die Wintersternbilder auf. Zu den bekanntesten und schönsten von ihnen gehören Stier und Orion. Mit seinen V-förmigen Kopfsternen und dem rötlich leuchtenden "Augenstern" Aldebaran ist das Sternbild Stier gut zu erkennen. Über dem Rücken des Stieres kann man das Siebengestirn erkennen. Dieser offenen Sternhaufen wurde schon vor Jahrtausenden von unseren Vorfahren als wichtiges Himmelszeichen gedeutet.

Der Himmelsjäger Orion ist leicht an seinen drei hellen Gürtelsternen Alnitak, Alnilam und Mintaka zu erkennen. Sie werden wegen ihrer engen Reihung und der Sichtbarkeit im Winter auch "Drei Könige" genannt. Unter dem Gürtel - sozusagen im Schwertgehänge des Jägers, liegt ein weiterer leicht verwaschener, heller Fleck. Dies ist der Orionnebel, eine der wenigen großen Sternenwiegen des Weltalls, die sogar mit bloßem Auge sichtbar sind.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite