Sternenhimmel im September 2017
Natur & Umwelt

Sternenhimmel im September 2017

Bild: Foto: Fährtenleser, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auch wenn der Abschied vom Sommer schwerfällt, für Himmelsgucker ist der September eine gute Zeit: Die Nacht beginnt immer früher und trotzdem ist es noch mild genug, um ausgiebig Sterne, Planeten und die ein oder andere Sternschnuppe zu beobachten. Abends stehen nun die Sommer-Sternbilder Adler, Schwan und Leier hoch im Süden, ihre hellsten Sterne bilden das Sommerdreieck.

Auch wenn der Abschied vom Sommer schwerfällt, für Himmelsgucker ist der September eine gute Zeit: Die Nacht beginnt immer früher und trotzdem ist es noch mild genug, um ausgiebig Sterne, Planeten und die ein oder andere Sternschnuppe zu beobachten. Abends stehen nun die Sommer-Sternbilder Adler, Schwan und Leier hoch im Süden, ihre hellsten Sterne bilden das Sommerdreieck.

Gleichzeitig gehen aber im Osten bereits die ersten Herbst-Sternbilder auf – und mit ihnen das Herbstviereck. Bei ihm handelt es sich nicht um ein Sternbild, sondern um eine aus vier Sternen verschiedener Konstellationen gebildete Form. Das helle Quadrat aus Sternen besteht aus den drei hellsten Sternen im Sternbild Pegasus und dem Hauptstern der Andromeda. Weil dieses Himmelsquadrat vom Spätsommer bis Ende Oktober sichtbar ist, gilt es als eines der Kennzeichen des astronomischen Herbstes.

Herbstanfang: Der große Wechsel

Offiziell beginnt der Herbst in diesem Jahr am 22. September. Denn an diesem Tag steht die Erde gegenüber der Sonne ziemlich genau gerade. Nord- und Südhalbkugel erhalten dadurch genauso viel und genauso lange Licht. An diesem Tag sind deshalb Tag und Nacht gleich lang – es ist Tagundnachtgleiche. Ab jetzt sind die Tage wieder kürzer als die Nächte, die Tageslänge nimmt immer weiter ab.

Gleichzeitig ändert sich mit diesem Tag auch die Geometrie von Erde und Sonne: Nachdem in den letzten Monaten unsere nördliche Hemisphäre der Sonne stärker zugekehrt war, neigt sich jetzt die Südhalbkugel der Sonne stärker zu. Für uns bedeutet dies: Das Winterhalbjahr beginnt, denn nun fallen die Sonnenstrahlen immer schräger ein und bringen entsprechend weniger Wärme. Am Himmel steigt nun die Sonne nicht mehr so hoch wie noch im Hochsommer. Der Bogen, den sie von Sonnenaufgang bis zu ihrem Untergang beschreibt, wird immer flacher. Ende September erhebt sich die Sonne selbst mittags nur noch rund 40 Grad über den Horizont.

Planeten: Jupiter und Saturn gehen, Merkur und Mars kommen

Nachdem Jupiter und Saturn in den letzten Monaten als den Nachthimmel dominiert haben, sind sie nun auf dem Rückzug. Beide sind nur noch abends kurz am Himmel zu sehen. Dafür leuchtet uns die Venus umso prominenter und länger als heller "Morgenstern". Begleitet wird sie Mitte September vom Planeten Merkur. Dieser erscheint zwar viel kleiner und lichtschwächer als die Venus, ist aber ab 13. September trotzdem mit bloßem Auge sichtbar. Ende des Monats gesellt sich dann auch der Mars zum morgendlichen Planetentreffen hinzu.

Außerdem können wir in diesen Wochen zwei eher seltene Gäste beobachten: die beiden äußeren Planeten Uranus und Neptun. Beide sind jetzt fast die gesamte Nacht hindurch in den Sternbildern Fische und Wassermann sichtbar – allerdings nur mit einem Fernglas oder Teleskop. Denn die Planeten sind so weit von uns und von der Sonne entfernt, dass sie für das bloße Auge zu klein und lichtschwach erscheinen.

Abschied von Cassini

Am Planeten Saturn heißt es in diesem Monat Abschied nehmen: Die NASA-Raumsonde Cassini wird nach fast 20 Jahren im Weltall ihre Mission beenden. Nach ihrem Start im Jahr 1997 benötigte sie fast sieben Jahre zum fernen Ringplaneten. Seit 13 Jahren kreist sie nun im Saturnsystem und hat in dieser Zeit einzigartige Bilder und Daten vom Gasreisen und seinen Monden und Ringen geliefert.

Doch nun ist ihre Zeit abgelaufen und ihr Treibstoff verbraucht. Nachdem Cassini in den vergangenen Monaten schon eine Reihe immer enger werdender Umläufe um den Ringplaneten geflogen ist, wird sie am 15. September in die Atmosphäre des Saturn gelenkt und dort verglühen. Bis zuletzt soll die Sonde dabei Bilder und Daten von ihrem letzten Flug in den Gasriesen liefern – man darf daher gespannt sein. Denn noch nie zuvor ist ein Raumfahrzeug dem Gasplaneten so nahe gekommen.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite