Mit dem Oktober ist auch am Himmel endgültig der Herbst eingekehrt. Die Sonne steigt schon jetzt nicht mehr so hoch und erreicht selbst mittags maximal 35 Grad über dem Horizont. Bis Ende Oktober verringert sich ihre Höhe sogar bis auf nur noch rund 25 Grad. Gleichzeitig werden die Tage immer kürzer, Ende des Monats ist es nur noch zehn Stunden hell.
Sternbilder: Geflügeltes Pferd und Herbstviereck
Der Herbst zeigt sich auch am Sternenhimmel: Jetzt dominieren die Herbst-Sternbilder die Osthälfte des Himmels. Besonders auffällig ist Pegasus, das geflügelte Pferd. Seine vier Hauptsterne - der Rumpf des Pferdes - bilden ein fast exaktes Quadrat. Dieses gilt als Anzeiger für diese Jahreszeit und wird daher auch als Herbstviereck bezeichnet. Etwas unauffälliger sind die Sterne, die Beine und Hals des geflügelten Pferdes bilden.
Interessanterweise galoppiert Pegasus in unseren Breiten verkehrt herum über den Himmel: mit dem Kopf nach unten. Der griechischen Mythologie nach wurde das geflügelte Pferd vom Helden Perseus geritten, als er die schöne Andromeda befreite. Am Nachthimmel finden wir das Sternbild Andromeda daher direkt hinter Pegasus – sie scheint sich förmlich an ihn zu klammern. Unterhalb vom Pegasus und Andromeda liegen die Sternbilder Widder, Fische und Wassermann.
Himmels-W und Funkelstern
Typisch für den himmlischen Herbst ist auch die hoch am Himmel stehende Kassiopeia: Das auffällige Himmels-"W" aus den fünf hellen Hauptsternen dieser Konstellation steht jetzt besonders hoch am Nordost-Himmel. Die mittlere Spitze der Kassiopeia zeigt dabei auf den Polarstern. Ein anderes bekanntes Sternbild, der Große Wagen, steht dagegen jetzt ziemlich tief über dem Nordwest-Horizont. Er schwingt sich erst kurz vor der Morgendämmerung zu größerer Höhe auf.
Ebenfalls ein Herbstbote ist der Stern Formalhaut in der Konstellation südlicher Fisch. Der 25 Lichtjahre von der Sonne entfernte, bläulich-weiß leuchtende Stern gehört zu den hellsten Sternen am Herbsthimmel. Formalhaut ist ab den ersten Oktobertagen abends tief am Südhorizont zu sehen. Weil sein Licht die horizontnahen Luftschichten passiert, scheint der Stern besonders stark zu funkeln, manchmal sogar in bunten Farben zu leuchten, weil sein Licht gebrochen wird.
Venus als "Abendstern", Jupiter am Morgen
Die Venus leuchtet uns im Oktober als "Abendstern": Sie steht bei Sonnenuntergang als heller Punkt tief über dem Südwest-Horizont. Ebenfalls abends ist jetzt der Mars als rötlicher Lichtpunkt im Süden zu sehen. Beide Nachbarplaneten der Erde gehen aber schon kurz darauf unter und sind den Rest der Nacht über unsichtbar.
Ab dem 9. Oktober hat der Jupiter morgens seinen großen Auftritt. Er wird von da an immer heller und erscheint schon bald als hellstes Objekt der Morgendämmerung. Am Morgen des 11. Oktober geben sich der Jupiter und der deutlich schwächer leuchtende Merkur ein Stelldichein: Beide stehen dann am Osthimmel weniger als ein Grad auseinander. Am 28. Oktober kommen sich dagegen Jupiter und die hauchdünne Mondsichel besonders nahe.
Zeitumstellung nicht vergessen!
Am Sonntag, dem 30. Oktober 2016, beginnt die alljährliche Winterzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag müssen wir dafür die Uhren um eine Stunde zurückstellen – von drei auf zwei Uhr. Dadurch können wir am Sonntag eine Stunde länger schlafen und gewinnen sozusagen die Stunde zurück, die wir bei der Umstellung auf die Sommerzeit im Frühjahr verloren haben. Die Rückkehr zur normalen mitteleuropäischen Zeit bedeutet aber auch, dass es nun abends früher dunkel wird – viele von uns müssen werktags dadurch im Dunkeln nach Hause fahren.

