Sternenhimmel Oktober 2016
Natur & Umwelt

Sternenhimmel Oktober 2016

Bild: Foto: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zumindest einen Vorteil haben die kürzer werdenden Tage: Wir haben mehr Zeit, Planeten und Sterne am Himmel zu beobachten. Besonders gut zu sehen sind jetzt die Herbststernbilder rund um den Pegasus, über ihnen thront das Himmels-"W" der Kassiopeia. Bei den Planeten herrscht dagegen klare Arbeitsteilung: Die Venus leuchtet uns abends, der helle Jupiter am Morgen.

Mit dem Oktober ist auch am Himmel endgültig der Herbst eingekehrt. Die Sonne steigt schon jetzt nicht mehr so hoch und erreicht selbst mittags maximal 35 Grad über dem Horizont. Bis Ende Oktober verringert sich ihre Höhe sogar bis auf nur noch rund 25 Grad. Gleichzeitig werden die Tage immer kürzer, Ende des Monats ist es nur noch zehn Stunden hell.

Sternbilder: Geflügeltes Pferd und Herbstviereck

Der Herbst zeigt sich auch am Sternenhimmel: Jetzt dominieren die Herbst-Sternbilder die Osthälfte des Himmels. Besonders auffällig ist Pegasus, das geflügelte Pferd. Seine vier Hauptsterne - der Rumpf des Pferdes - bilden ein fast exaktes Quadrat. Dieses gilt als Anzeiger für diese Jahreszeit und wird daher auch als Herbstviereck bezeichnet. Etwas unauffälliger sind die Sterne, die Beine und Hals des geflügelten Pferdes bilden.

Interessanterweise galoppiert Pegasus in unseren Breiten verkehrt herum über den Himmel: mit dem Kopf nach unten. Der griechischen Mythologie nach wurde das geflügelte Pferd vom Helden Perseus geritten, als er die schöne Andromeda befreite. Am Nachthimmel finden wir das Sternbild Andromeda daher direkt hinter Pegasus – sie scheint sich förmlich an ihn zu klammern. Unterhalb vom Pegasus und Andromeda liegen die Sternbilder Widder, Fische und Wassermann.

Himmels-W und Funkelstern

Typisch für den himmlischen Herbst ist auch die hoch am Himmel stehende Kassiopeia: Das auffällige Himmels-"W" aus den fünf hellen Hauptsternen dieser Konstellation steht jetzt besonders hoch am Nordost-Himmel. Die mittlere Spitze der Kassiopeia zeigt dabei auf den Polarstern. Ein anderes bekanntes Sternbild, der Große Wagen, steht dagegen jetzt ziemlich tief über dem Nordwest-Horizont. Er schwingt sich erst kurz vor der Morgendämmerung zu größerer Höhe auf.

Ebenfalls ein Herbstbote ist der Stern Formalhaut in der Konstellation südlicher Fisch. Der 25 Lichtjahre von der Sonne entfernte, bläulich-weiß leuchtende Stern gehört zu den hellsten Sternen am Herbsthimmel. Formalhaut ist ab den ersten Oktobertagen abends tief am Südhorizont zu sehen. Weil sein Licht die horizontnahen Luftschichten passiert, scheint der Stern besonders stark zu funkeln, manchmal sogar in bunten Farben zu leuchten, weil sein Licht gebrochen wird.

Venus als "Abendstern", Jupiter am Morgen

Die Venus leuchtet uns im Oktober als "Abendstern": Sie steht bei Sonnenuntergang als heller Punkt tief über dem Südwest-Horizont. Ebenfalls abends ist jetzt der Mars als rötlicher Lichtpunkt im Süden zu sehen. Beide Nachbarplaneten der Erde gehen aber schon kurz darauf unter und sind den Rest der Nacht über unsichtbar.

Ab dem 9. Oktober hat der Jupiter morgens seinen großen Auftritt. Er wird von da an immer heller und erscheint schon bald als hellstes Objekt der Morgendämmerung. Am Morgen des 11. Oktober geben sich der Jupiter und der deutlich schwächer leuchtende Merkur ein Stelldichein: Beide stehen dann am Osthimmel weniger als ein Grad auseinander. Am 28. Oktober kommen sich dagegen Jupiter und die hauchdünne Mondsichel besonders nahe.

Zeitumstellung nicht vergessen!

Am Sonntag, dem 30. Oktober 2016, beginnt die alljährliche Winterzeit. In der Nacht von Samstag auf Sonntag müssen wir dafür die Uhren um eine Stunde zurückstellen – von drei auf zwei Uhr. Dadurch können wir am Sonntag eine Stunde länger schlafen und gewinnen sozusagen die Stunde zurück, die wir bei der Umstellung auf die Sommerzeit im Frühjahr verloren haben. Die Rückkehr zur normalen mitteleuropäischen Zeit bedeutet aber auch, dass es nun abends früher dunkel wird – viele von uns müssen werktags dadurch im Dunkeln nach Hause fahren.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite