Stromtrassen – Neue Megaleitungen für grüne Energie
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Stromtrassen – Neue Megaleitungen für grüne Energie

Bild: Foto: Sciencia58, CC0, via Wikimedia Commons

Energiewende bedeutet, Strom aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dazu zählen Wind, das Sonnenlicht, Biogas, Wasserkraft, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe. Die Windenergie bietet nach Einschätzungen vieler Experten das größte Potenzial für einen zügigen und kosteneffizienten Ausbau. Wind weht aber vor allem an der Küste, dort sind Windkraftanlagen am lohnendsten. Doch die Wege sind weit von Schleswig Holstein bis zum Verbraucher in Baden-Württemberg und Bayern. Und Leitungen, die diese künftigen Stromtransporte bewältigen können, fehlen bisher.

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Energiewende bedeutet, Strom aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen. Dazu zählen Wind, das Sonnenlicht, Biogas, Wasserkraft, Erdwärme und nachwachsende Rohstoffe.  Die Windenergie bietet nach Einschätzungen vieler Experten das größte Potenzial für einen zügigen und kosteneffizienten Ausbau. Wind weht aber vor allem an der Küste, dort sind Windkraftanlagen am lohnendsten. Doch die Wege sind weit von Schleswig Holstein bis zum Verbraucher in Baden-Württemberg und Bayern. Und Leitungen, die diese künftigen Stromtransporte bewältigen können, fehlen bisher.

Neue Verbindungen werden gebraucht

„Für die Energiewende ist der Leitungsausbau Voraussetzung“, sagt Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel. 2016 soll es losgehen. Das größte Infrastrukturprojekt seit dem Bau der Autobahnen. Insgesamt sind mindestens zehn Milliarden Euro für Neubauten von 2.800 Kilometern Länge und für 36 Ausbau- und Netzverstärkungsprojekte veranschlagt.

Über drei große Trassen mit Gleichstrom, sogenannte Höchststromleitungen, soll der gewonnene Strom von Norden nach Süden durch die Republik fließen. Die Masten sind bis zu 70 Meter hoch, fast doppelt so hoch wie gewöhnliche und stehen in bis zu 80 Meter breiten Schneisen. Doch über diesen Masten und den Leitungen für die Windenergie erhitzen sich die Gemüter.

Erneuerbare Energien ja, Stromleitungen nein?

Grundsätzlich sind die Deutschen für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien, das haben Umfragen ergeben. Doch entlang der Trassen formiert sich Widerstand aus der Bevölkerung. Zum einen wollen sie den Erhalt des ländlichen Raumes und der Natur, dies sehen sie durch die Masten gefährdet. Um die Masten errichten zu können, muss zudem eine Regelung mit den Grundstücksbesitzern getroffen werden – bisher sind deren Einspruchsmöglichkeiten aber begrenzt, Vorschläge für alternative Verläufe werden oft nicht berücksichtigt.

Zum anderen aber ist da die Angst vor dem Inhalt der Leitungen. Denn in herkömmlichen Stromleitungen verläuft Wechselstrom, in den Megatrassen hingegen Gleichstrom mit einer Spannung von 500.000 Volt. Diese Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist leistungsfähiger und hat weniger Leitungsverluste. Sie eignet sich deshalb gut für große Distanzen.

Der Nachtteil: Der Gleichstrom hoher Spannung erzeugt elektrische und magnetische Felder um die Leitungen herum. Wie die deutsche Strahlenschutzkommission mitteilt, gibt es zwar bisher keine eindeutigen Belege dafür, dass die Felder von HGÜ-Leitungen direkt gesundheitsschädlich sind. Allerdings fehlen bisher genauere Daten zu den Langzeitwirkungen und indirekten Folgen. Immerhin lösen vor allem starke magnetische Felder in Zell- und Tierversuchen durchaus gsundheitliche Folgen aus.

Proteste aus Bayern

Auch für Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gibt es beim Ausbau der Trassen Kritik- und Klärungspunkte. So hat er den geplanten Ausbau für Bayern in Frage gestellt, obwohl er 2013 im Bundesrat selbst zustimmte. Seehofer fordert statt der Megatrassen den Bau neuer Gaskraftwerke.

In diesem Zusammenhang mehren sich Warnungen, der deutsche Strommarkt könne in zwei Tarifgebiete auseinanderbrechen, würden nicht genügend Stromleitungen von Nord nach Süd führen. Während der Norden immer öfter ein Überangebot hätte, könnte es im Süden knapp werden. Er konnte den Aufschub über zwei Haupt-Stromtrassen erreichen. Doch bis Januar 2015 muss es eine Entscheidung geben.

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