Wichtige Kriterien für die Analyse der Suchergebnisse
Bei EconDesk, der Online-Auskunft der Zentralbibilothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW), werde ich häufig gefragt, welches die wichtigsten zehn Suchergebnisse zu einem Thema sind. Diese Frage kann jedoch nur beantworten, wer zu dem Thema geforscht hat. Ein Verzeichnis, mit dessen Hilfe diese Frage pauschal beantwortet werden könnte, gibt es nicht.
Wie man aber die wichtigsten Suchergebnisse aus einer Trefferliste herausfiltern kann, die auch den Kriterien der Wissenschaftlichkeit genügen, dafür gibt es einige Anhaltspunkte.
Aktualität der Suchergebnisse?
Fragen Sie sich bei einer Literaturrecherche, wie aktuell die Suchergebnisse sein müssen, um für das Thema relevant zu sein. Das ist bei Themen der Naturwissenschaften sicherlich anders zu werten als bei geisteswissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlichen Themen.
Suchbegriffe auf inhaltliche Relevanz prüfen
Behandeln die Suchergebnisse das Thema umfangreich oder sind die Suchbegriffe nur einmal irgendwo auf Seite 3 zu finden? Prüfen Sie, wie häufig und in welchem Zusammenhang Suchbegriffe im Titel, in den Schlagwörtern sowie in Abstracts und Inhaltsverzeichnissen vorkommen.
Zeitschriften-Aufsätze sind in der Regel wichtiger für mein Thema, wenn sie in einer hochangesehenen Zeitschrift erscheinen. Zeitschriftenrankings ermitteln diese Wichtigkeit zum Beispiel anhand der Menge von Zitaten aus einer Zeitschrift. Sie sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie sich selbst bestätigen - was höher gerankt ist, wird mehr zitiert, wird höher gerankt... Auch werden häufig nur angloamerikanische oder englischsprachige Zeitschriften berücksichtigt. Beispiele für Zeitschriftenrankings sind Journal Citation Reports und Eigenfactor.
Wie bewerte ich die Autorinnen und Autoren?
Die Bewertung von Personen fällt am Anfang einer Arbeit sicherlich schwer. Prüfen Sie im Internet, an welcher Einrichtung die Person beschäftigt ist und ob sie oder er akademische Titel hat. Prüfen Sie auch in Literaturverzeichnissen relevanter Suchergebnisse, welche Personen am meisten zitiert werden. Für diese Prüfung eigenen sich auch Zitationsstatistiken. Diese Rankings der meistzitierten Personen zu einem Suchbegriff sind jedoch ebenso mit Vorsicht zu bewerten wie die Zeitschriftenrankings.
Tool-Tipp: Geben Sie im Social Sciences Citation Index (SSCI), Sciences Citation Index (SCI) oder Arts & Humanities Citation Index (AHCI) einen Suchbegriff ein und klicken Sie auf "Create Citation Report". Die Suchergebnisse werden daraufhin nach Zitations-Häufigkeit der Aufsätze sortiert.
Verlag und Auflage bei der Bewertung der Suchergebnisse berücksichtigen
Ein Blick auf die Verlagsangabe der Suchergebnisse lohnt sich ebenfalls. Publikationen, die von renommierten Verlagen herausgegeben werden, werden von angesehenen Fachleuten inhaltlich geprüft. Eine Publikation im Selbstverlag der Autorin/ des Autors, im Internet oder in einer Schriftenreihe eines Instituts durchläuft meist weniger Prüfungen.
Je höher die Auflage eines Buches, desto häufiger wurde es gelesen. Allerdings werden zum Beispiel Lehrbücher von mehr Personen gelesen als Publikationen zu einem spezielleren Thema. Auch können Publikationen, die gerade neu herausgegeben wurden, noch nicht in hoher Auflage erschienen sein und trotzdem sehr wichtige, neue Erkenntnisse enthalten.
Schreibstil der Suchergebnisse überprüfen
Untersuchen Sie - sobald Sie die Literatur im Volltext vorliegen haben - den Schreibstil der Suchergebnisse:
- Werden andere Arbeiten zitiert?
- Werden Zitate richtig belegt?
- Werden Quellen für Daten / Statistiken angegeben?
- Ist ein Literaturverzeichnis vorhanden?
- Wird eine wissenschaftliche Sprache verwendet?
Tipp: Suchergebnisse in Bibliothekskatalogen wissenschaftlicher Bibliotheken sind bereits auf ihre Wissenschaftlichkeit und die Relevanz für ein Fach geprüft.
Tool-Tipp: Sehen Sie zu dem Thema auch in den Recherchekurs LOTSE: "Suchergebnisse evaluieren".


