Syndrom “Liebe“
Allgemein

Syndrom “Liebe“

Bild: Foto: Sj.jamali, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr im Frühling – nicht zufällig ist der Mai der Monat der Verliebten. Um diese Zeit steigt die Zahl der Infizierten direkt proportional zur Menge der Sonnenstrahlen. Doch obwohl Dichter und Forscher seit Menschengedenken das Geheimnis der Seuche enträtseln wollen, ist noch kein Gegenmittel bekannt.

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr im Frühling – nicht zufällig ist der Mai der Monat der Verliebten. Um diese Zeit steigt die Zahl der Infizierten direkt proportional zur Menge der Sonnenstrahlen. Doch obwohl Dichter und Forscher seit Menschengedenken das Geheimnis der Seuche enträtseln wollen, ist noch kein Gegenmittel bekannt.

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen handelt es sich um einen äußerst komplexen Vorgang. Den Verlauf steuern körpereigene chemische Substanzen: Hormone und sogenannte Neurotransmitter, also Stoffe, die Informationen zwischen Nervenzellen weiterleiten.
Je nachdem, welcher Stoff überwiegt, kommt es zu unterschiedlichen individuellen Erscheinungsbildern. In manchen Fällen erlischt das Fieber ebenso schnell wie es aufflammt. In anderen Fällen wird die Schwäche chronisch und geht in eine mildere Form über.

Akute Leidenschaft

Bei der akuten Leidenschaft handelt es sich meist um eine kurzfristige Überproduktion des Botenstoffs Noradrenalin. Dies führt zu einer vermehrten Ausschüttung der männlichen oder weiblichen Sexualhormone Testosteron bzw. Östrogen. Das macht Lust auf mehr.

Häufig mischt sich in den Stimmungscocktail noch ein Schuss von dem Stresshormon Adrenalin. Das Aufputschmittel macht uns zu körperlichen Höchstleistungen jeder Art bereit. Deshalb springt unser Herz sprichwörtlich im Dreieck, wenn wir nur an das Objekt unserer Begierde denken.
Außerdem erhöht Liebe den Ausstoß von Dopamin. Dieser Botenstoff aktiviert das sogenannte Belohnungszentrum in unserem Gehirn. Die Wirkung ist wahrhaft berauschend. Eine Dosis Kokain versetzt uns in einen ähnlichen Zustand, allerdings mit erheblich mehr Nebenwirkungen.
Ein weiterer Neurotransmitter - Serotonin - macht, dass wir uns glücklich fühlen. Bei Verliebten verhält sich der Serotonin-Spiegel wie bei Zwangsneurotikern: Höchst instabil. So kommt es zu dem berüchtigten Schwanken zwischen "himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt".

Sanftes Wohlgefühl

Nach rund einem Jahr drosselt unser Körper die hauseigene Chemie-Fabrik. An die Stelle von Rausch und Taumel tritt dann ein sanftes Wohlgefühl, hervorgerufen durch sogenannte Endorphine.

Damit können wir uns begnügen - oder uns auf die Suche nach einem neuen Kick begeben. Natürlich sind auch bei dieser Entscheidung Hormone im Spiel. Tierversuche mit leichtlebigen Bergwühlmäusen und monogamen Prärienagern jedenfalls haben ergeben: Die beiden Stoffe Oxytocin und Vasopressin verwandeln selbst unstete Mäuse-Casanovas in treusorgende Familienväter.

Würden Sie Ihren Schatz gern mit einem Zaubertrank an sich binden? Also gut, wir verraten Ihnen ein Geheimnis: Nach dem Orgasmus steigt das Bindungshormon Oxytocin sprunghaft ...

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Allgemein

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Allgemein.

Alle Allgemein-Artikel
Regensburger Physiker halbieren Fehlerrate von Quantenbits mit einer Zusatzmessung
Allgemein

Regensburger Physiker halbieren Fehlerrate von Quantenbits mit einer Zusatzmessung

4. November 2026

Ein Team um Ferdinand Kuemmeth senkt mit einer einzigen Extra-Messung vor der Rechnung die Fehlerrate von Qubits von 0,14 auf 0,065 Prozent – ohne neue Hardware.

Kölner Physiker finden Spuren eines Quantenzustands, der Computer fehlerfrei machen könnte
Allgemein

Kölner Physiker finden Spuren eines Quantenzustands, der Computer fehlerfrei machen könnte

3. November 2026

Forscher der Uni Köln haben Quantenzustände gemessen, die zur Theorie der topologischen Supraleitung passen. Ein möglicher Baustein für störungsresistente Quantencomputer – der entscheidende Beweis fehlt aber noch.

Wie ein winziger Mückenstich halb Deutschlands Weiden bedroht
Allgemein

Wie ein winziger Mückenstich halb Deutschlands Weiden bedroht

2. November 2026

Forscher fingen 2024 über 337.000 Gnitzen auf 14 norddeutschen Höfen ein. Fast jede fünfte Probe trug das Blauzungenvirus – ein Blick auf einen Erreger, der fast unsichtbar von Tier zu Tier wandert.

Borneo-Brände 2026: Wie Feuer die Orang-Utans noch Jahre später bedrohen
Allgemein

Borneo-Brände 2026: Wie Feuer die Orang-Utans noch Jahre später bedrohen

30. Oktober 2026

Indonesien erlebt die schlimmsten Waldbrände seit über einem Jahrzehnt. Langzeitdaten aus Borneo zeigen: Die Folgen für Orang-Utans reichen weit über Rauch und Flammen hinaus – mit Auswirkungen auf Ernährung,…

← Zurück zu AllgemeinZur Startseite