Tag des Pluto:  Ein Zwergplanet überrascht die Welt
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Tag des Pluto: Ein Zwergplanet überrascht die Welt

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Heute ist der Tag des Pluto – nein, nicht des Comic-Hundes, sondern des Zwergplaneten, der in den fernen Außenbereichen unseres Sonnensystems seine Kreise zieht. Denn am 18. Februar 1930 wurde der Pluto entdeckt und hat seitdem eine ziemlich turbulente Geschichte hinter sich. Wer glaubt, zu diesem eisigen Zwergplaneten sei längst alles bekannt, der irrt gewaltig.

Die Entdeckungsgeschichte des Pluto beginnt mit dem amerikanischen Hobbyastronomen Percival Lowell. Ende des 19. Jahrhunderts ist er vor allem von einer Idee besessen: Er will einen Planeten jenseits des Neptun entdecken – damals der äußerste Außenposten unseres Sonnensystems. Kleine Schwankungen in der Bahn in der Bahn dieses Planeten deuten darauf hin, dass es weiter außen noch einen Himmelskörper geben könnte. Für die Fahndung nach diesem Objekt gründet Lowell eigenes ein Observatorium. Aber umsonst: Er stirbt 1916 ohne den Planeten gefunden zu haben.

Die Entdeckung

Erfolg hat erst sein Nachfolger, Clyde Tombaugh. Am 18. Februar 1930 identifiziert er in den Teleskop-Aufnahmen einen winzigen Lichtpunkt, der sich gegenüber dem Sternenhintergrund bewegt. Das musste ein Planet sein! Zu Ehren dieser Entdeckung gilt der 18. Februar als Tag des Pluto. Wie sich damals schnell herausstellt, ist der neuentdeckte Himmelskörper allerdings ziemlich mickrig: Mit weniger als 2.500 Kilometern Durchmesser ist der Pluto getaufte Planet deutlich kleiner als unser Erdmond.

Dennoch wird Pluto zum neunten Planeten des Sonnensystems erklärt und Generationen von Schulkindern lernen Merksprüche für die neun Planetennamen. 2006 jedoch ist Plutos Karriere als Planet jäh zu Ende. Nach einer turbulenten Sitzung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) wird er zum bloßen Zwergplaneten herabgestuft – er ist nun nur noch einer von mehreren solcher Objekte im Außenbereich des Sonnensystems.

Ein großes Herz und blauer Himmel

Als wollte der eisige Zwerg gegen diese Abwertung aufbegehren, entpuppt sich der Pluto inzwischen jedoch mehr und mehr als der heimliche Star unter den Himmelskörpern im Sonnensystem. Als wolle er um unsere Gunst buhlen, trägt er sogar ein deutlich erkennbares Herz auf seiner Oberfläche. Und seitdem die NASA-Sonde New Horizons am 14. Juli 2015 am Zwergplaneten Pluto vorbeigeflogen ist, hat sie eine Überraschung nach der anderen über diesen vermeintlich so toten und langweiligen Außenposten des Sonnensystems zutage gefördert.

Hätten Sie beispielsweise gedacht, dass es auf dem Pluto einen blauen Himmel gibt? Die Dunstschleier in seiner Atmosphäre leuchten bläulich, weil kleine Partikel das Sonnenlicht streuen – ganz ähnlich wie in der Atmosphäre unserer Erde. "Mein Kinn klappte nach unten, als ich dieses erste Bild einer fremden Atmosphäre aus dem Kuipergürtel sah", kommentiert Missionsleiter Alan Stern vom Southwest Research Institute. "Das erinnert uns daran, dass Erkundung uns mehr bringt als unglaubliche Entdeckungen – es zeigt uns auch unglaubliche Schönheit."

Fließende Gletscher und eisige Vulkane

Auf der Oberfläche des Zwergplaneten geht es zudem ziemlich dynamisch zu: Am Rand einer großen Ebene fließen Gletscher aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid die Hänge eines Gebirges aus Wassereis hinab. Wieso sie fließen und wie sie entstehen, ist bisher rätselhaft. Und sogar Eisvulkane könnte es auf Pluto geben: Eine 3D-Kartierung von zwei mehreren Kilometer hohen Bergen zeigt, dass diese eine Art Krater auf ihrem Gipfel besitzen – ähnlich den Vulkankratern irdischer Feuerberge.

"Auf der Erde bedeutet dies normalerweise eines: Es handelt sich um einen Vulkan", sagt Oliver White vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field. Allerdings würde ein Vulkan auf dem Pluto keine glühende Lava speien, sondern stattdessen eine Mischung aus halbgetautem Wassereis, Stickstoff, Ammoniak oder Methan. Ob der Pluto wirklich echte Eisvulkane besitzt, ob sie noch aktiv sind und was sie speien, gehört zu den vielen spannenden Fragen, die wir bisher noch nicht beantworten können.

Was seine Größe anbelangt, ist Pluto aber inzwischen wenigstens ein bisschen rehabilitiert: Den Messungen der Sonde New Horizons nach hat er einen Durchmesser von 2.370 Kilometern – und ist damit unangefochten das größte bekannte Objekt im Kuipergürtel. "Die Größe des Pluto war seit seiner Entdeckung 1930 umstritten", sagt Bill McKinnon von der Washington University in St. Louis. "Wir sind froh, diese Frage nun endlich klären zu können."

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