Tiere als Seelentröster und Therapeuten
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Tiere als Seelentröster und Therapeuten

Bild: Foto: Diverse, Public domain, via Wikimedia Commons

Lieben Sie Tiere über alles? Dann haben Sie sicher schon häufiger erfahren, dass von den Zwei- oder Vierbeinern oft eine außergewöhnliche Faszination ausgeht, die sich positiv auf die menschliche Psyche und das damit verbundene körperliche Wohlbefinden auswirken kann.

Lieben Sie Tiere über alles? Dann haben Sie sicher schon häufiger erfahren, dass von den Zwei- oder Vierbeinern oft eine außergewöhnliche Faszination ausgeht, die sich positiv auf die menschliche Psyche und das damit verbundene körperliche Wohlbefinden auswirken kann.

Bereits im Kindesalter wünschen sich die meisten von uns einen vierbeinigen Spielkameraden, mit dem es sich schmusen und ausgelassen herumtoben lässt. Ältere Menschen, die womöglich schon den Lebenspartner verloren haben, sind froh, ein Lebewesen an ihrer Seite zu wissen, das im wahrsten Sinne des Wortes für sie da ist. Sie fühlen sich geliebt, beschützt und sind nicht mehr einsam. Ein Tier belebt Ihren Alltag.

Kinder, die in der Schule unbeliebt sind und von ihren Mitschülern ausgegrenzt werden, verlieren nach und nach ihr Selbstwertgefühl, und sie fühlen sich einsam und isoliert. Ein vierbeiniger Freund - z. B. ein Hund oder auch ein kleineres Haustier wie ein Hase- hilft diesen Kindern, mit der Problematik der Ausgrenzung besser zurecht zu kommen. Das Kind hat in seinem Haustier einen kleinen Freund, durch den es sich geliebt und geborgen fühlt. Die Probleme in der Schule, scheinen durch diese Mensch-Tier-Beziehung wie ausgelöscht. Durch Tiere erfahren wir keine Wertung und Gewichtung. Egal ob man dick, dünn, groß, klein, weiß oder schwarz ist - für Tiere ist der Charakter des Menschen und sein Umgang mit den Vierbeinern wichtig.

Der Hund im Büro

Glaubt man der Empfehlung von Stress-Experten, müsste heute jeder Bürobetrieb einen Hund “anstellen“. Der Vierbeiner soll nicht nur Stress und Anspannung abbauen, sondern auch gesundheitsfördernd wirken.

Wer sich im Büro oft gestresst fühlt, sollte - sofern die Möglichkeit besteht -ruhig einmal den vierbeinigen “Arbeitskollegen“ streicheln oder sich von den treuen Augen eines Hundes in den Bann ziehen lassen. Schnell werden Sie die Erfahrung machen, wie angenehm beruhigend oder aufheiternd das freudige Schwanzwedeln und die kalte Hundeschnauze wirken können. Aus der Forschung ist bekannt, dass schon die einfache Berührung eines Vierbeiners bei vielen Menschen den Blutdruck senkt und für eine erhöhte Ausschüttung des Glückshormons Endorphin sorgt. Neueren Erkenntnissen zufolge wird bei Menschen sogar schon aufgrund der räumlichen Nähe eines Hundes dieses Glückshormon ausgeschüttet. Manche Menschen berichten darüber, dass der Kontakt mit einem freundlichen Hund sogar Kopfschmerzen, Müdigkeit, Nervosität, Husten und Verdauungsbeschwerden verminderte. Wenn Sie für Ihre Bürogemeinschaft die Stress mindernde Gesellschaft eines Hundes erwägen, ist es ratsam, die Zustimmung aller Kollegen zu erreichen. Angst vor Hunden und bekannte oder befürchtete gesundheitliche Probleme mit Vierbeinern rufen eher neuen Stress hervor. Für eine Stress mindernde Gemeinschaft sind folgende Rassen besonders geeignet:

  • Golden Retriever - ein durchaus geduldiger und ausgeglichener Hund
  • Yorkshire Terrier - aufgrund seiner geringen Größe ist er leichter zu halten
  • Shelties - diese Rasse wird schon seit längerem gern therapeutisch eingesetzt
  • Beagle - er soll eine besonders beruhigende Wirkung auf den Menschen haben.

Haustiere schützen vor Allergien

Sobald der Nachwuchs ins Haus steht, werden häufig Hunde und Katzen aus den eigenen vier Wänden verbannt, da viele Erwachsene immer noch der Meinung sind, dass Tierhaare der Allergieauslöser Nummer eins sind. Fakt ist jedoch, dass die allergieauslösende Wirkung von Tieren in der Vergangenheit oftmals überschätzt wurde. Allergologen gingen lange Zeit davon aus, dass bestimmte Eiweiße der Tiere - besonders Haare und Hautschuppen - bei den Kindern allergische Reaktionen in Form von Bindehautentzündungen, Atemwegsbeschwerden bis hin zum Asthma auslösen. Daher wurde angehenden Eltern oft nahegelegt, sich von ihrem Haustier zu trennen, ehe der Nachwuchs auf die Welt kommt.

Neue Studienergebnisse aus den Vereinigten Staaten relativieren diese These zum Teil: Danach wird das Allergierisiko durch einen bereits im ersten Lebensjahr bestehenden Kind-Tier-Kontakt um bis zu 50 Prozent reduziert. Eine französische Studie belegt, dass Asthmapatienten, die als Kinder mit Haustieren aufgewachsen sind - besonders von frühester Kindheit an - erheblich seltener positiv auf Tierallergene reagieren. Vermutet wird, dass der frühe Kontakt des menschlichen Immunsystems mit dem potentiellen Allergieauslöser “Tier“ einer späteren Allergie tatsächlich vorbeugt.

Stärkung unseres Immunsystems

Der Kontakt mit Tieren verhilft unserer körperlichen Gesundheit auch auf indirekter Weise auf die Sprünge. Wer mit einem Hund lebt, egal ob in einem Haus mit Garten oder in einer 3-Zimmer-Wohnung, muss regelmäßig mindestens zweimal am Tag mit dem Vierbeiner spazieren gehen. Je nach Größe und Rasse sollte so ein Marsch zwischen einer halben und zweieinhalb Stunden dauern.

Ebenso förderlich kann Reiten im Freien sein. Die Bewegung an der frischen Luft in Harmonie mit dem Pferd nützt der Gesundheit und dem seelischen Gleichgewicht. Nicht von ungefähr spricht man vom “größten Glück der Erde, zu finden auf dem Rücken der Pferde“.

Die Bewegung mit Ihrem vierbeinigen Liebling bei Wind und Wetter stärkt nicht nur Ihre Ausdauer. Sie fördert die körpereigenen Abwehrkräfte für den unausweichlichen Angriff winterlicher Erkältungsviren, Ihre allgemeine Fitness und auch Ihre gute Laune.

Tiere als Therapeuten nach Traumata

Tiere sind Medizin für die Seele des Menschen. Ob als Therapeut oder als Partner - die Wissenschaft entdeckt zunehmend positive Aspekte, die Tiere für Menschen und ihr seelisches Wohlbefinden haben können.

Neben dem therapeutischen Reiten ist die wohl bekannteste tiergestützte Therapie diejenige, die auf die Unterstützung der Delfine vertraut. In allen Therapien mit Hilfe von Tieren geht es im Prinzip darum, durch verspielte und Vertrauen erweckende Lebewesen mit Flossen, Fell oder Flügeln Krankheiten und Behinderungen von Menschen zu lindern oder zu kurieren. Gerade die kleinen Patienten sprechen auf eine Therapie mit Delfinen sehr gut an. So wurden Kindern, die durch ein einschneidendes Ereignis stumm geworden waren, durch diese Therapie wieder erste Worte entlockt. Spastikern konnte zur Entkrampfung ihrer Gliedmaßen verholfen und Autisten ein größeres Wahrnehmungsfeld vermittelt werden.

Bei der Therapie mit Delfinen stellen ausgebildete Fachkräfte - Physio-, Sprach- und Beschäftigungstherapeuten - vom Schwimmbeckenrand aus dem Kind im Wasser verschiedene Aufgaben. Diese unterscheiden sich je nach Behinderung oder Krankheit des Kindes. Falsche Lösungen werden nicht beachtet, positive Ergebnisse jedoch gezielt gefördert. Als Belohnung für ihre Mitarbeit dürfen die Kinder mit den Delfinen spielen und ihnen Kommandos beibringen und mit ihnen spielerisch kommunizieren. Leider ist diese Delfintherapie nicht sehr preiswert. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Krankenkasse nach der für Ihr Kind geeigneten Therapie und möglichen Adressen. Informieren Sie sich auch über den Kostenanteil, den Ihre Krankenkasse möglicherweise übernehmen würde. In Deutschland läuft seit 1998 ein auf acht Jahre angelegtes Projekt mit dem Delfinarium Nürnberg. Dort wurden bisher 16 Kinder behandelt. Die Verantwortlichen sprechen optimistisch über die Erfolgsaussichten.

Gesundheit durch Reiten

Reittherapie - auch Hippotherapie genannt - ist besonders hilfreich nach Schlaganfällen, bei Multiple-Sklerose-Patienten sowie für Spastiker und Menschen mit Schädel-Hirn-Verletzungen. Auch bei lernbehinderten oder geistig behinderten Kindern hat sich das so genannte “Heilpädagogische Reiten und Voltigieren“ bewährt. Durch leichte bis schwere akrobatische Übungen auf dem Pferderücken - im Trab oder Galopp - werden Gleichgewicht und Koordination, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein geschult. So können auch Kinder mit Hyperaktivität oder Legasthenie mit Hilfe des Freundes Pferd gefördert werden.

Hunde und Katzen & Co

Es muss ja nicht immer gleich eine kostspielige spezielle Therapie mit exotischen Tieren sein. Bereits Haustiere haben einen positiven Effekt auf die menschliche Psyche und Gesundheit. Als Hauptgrund für dieses Phänomen wird von Psychologen und Verhaltensforschern angenommen, dass Menschen sich durch ihre Tiere angenommen und akzeptiert fühlen. Die Bande zwischen Mensch und Tier können etwas ganz Besonderes sein und bedürfen ihrer ganz eigenen, speziellen Art der Kommunikation. Wer eine Beziehung zu Tieren aufbaut, kommuniziert intuitiv in deren Sprache. Da diese Kommunikation hauptsächlich auf Körperkontakt und Körpersprache beruht, erfahren diese Menschen nicht nur eine tiefere Kommunikationsebene. Sie machen zudem die befreiende und wohltuende Erfahrung, dass es bei dieser Art der Kommunikation nicht zu Missverständnissen, unausgesprochenem Spott, Lügen oder gar Vorwürfen kommt.

Bekannt ist, dass Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten, das erste Jahr nach dem Infarkt häufiger überleben, sofern sie Haustierbesitzer sind, egal ob es sich dabei um Hund, Katze, Vogel, Hamster oder Fisch handelt.

Weg aus der Kriminalität

Tiere als Mittel gegen Gewalt? Ja! In Nordamerika, in der Nähe von New York City, gibt es ein Internat (“Green Chimneys“), in dem etwa hundert Jugendliche, das nötige Personal und ca. 300 Tiere leben, darunter so exotische wie das Lama oder der Leguan. Die Jugendlichen wurden meist zwangsweise hierher gebracht. Der Kontakt mit den Tieren soll ihnen helfen, aus der Spirale der Gewalt herauszukommen. Das pädagogische Prinzip scheint ganz banal: Die Tiere lehren die Kinder, dass sich die Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Wärme stillen lässt, wenn auch sie bereit sind, dies in der Fürsorge für Tiere zu geben.

Hunde helfen Behinderten

Auf unseren Straßen kann man sie ab und zu sehen: Blindenhunde, die ihre blinden Besitzer bei der Orientierung unterwegs unterstützen Sie führen sie sicher durch die Straßen und warnen vor nahenden Gefahren.

Es gibt auch speziell ausgebildete Behindertenhunde, die z. B. Rollstuhlfahrern den Alltag erleichtern. Sie lernen Licht an- und auszuschalten, Türen zu öffnen, Packungen aus dem Supermarktregal zu angeln und vieles, vieles mehr.

Behinderten- und Blindenhunde sind durch ihre ausgeprägten Fähigkeiten unersetzliche Begleiter und schenken ihren Besitzern ein großes Stück verloren geglaubte Lebensqualität zurück.

Senioren und ihre Tiere

Gerade ältere Menschen, die schon pensioniert sind und nicht mehr ihrer gewohnten - womöglich jahrzehntelang gleichen - Arbeit nachgehen können, werden leicht schwermütig. Besonders, wenn sie bereits ihren Lebenspartner verloren haben, fühlen sie sich häufig unnütz. Sie haben das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, und ziehen sich aus sozialen Kontakten zurück.

Ein Haustier kann ihnen helfen, wieder mehr Freude am Leben zu empfinden. Sie können sich um ein Wesen kümmern, das ihnen gleichzeitig Gesellschaft leistet und Wärme und Liebe entgegenbringt. Sie können sich mit ihrem Liebling sogar “unterhalten“. Alte Menschen mit Haustieren erfahren nachweislich eine höhere Lebensqualität. Sie nehmen weniger Medikamente ein und bleiben lange aktiv.

Tiere als Seelentröster

Eine bemerkenswerte und zugleich wunderbare Idee hatte ein in New York lebender Amerikaner nach dem dramatischen Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Tief erschüttert von den vielen traumatisierten und schmerzverzerrten Gesichtern der unter Schock stehenden Menschen erinnerte er sich daran, wie gut es ihm schon einmal in einer Krisensituation getan hatte, einfach seine Hündin zu streicheln. Er holte also seine Hündin und stellte sich mit einem Schild an die Straße, auf dem zu lesen war: “Wenn Sie Trost brauchen, streicheln Sie einfach über das Fell meiner Hündin - es wird Ihnen gut tun“. Auf den ersten Blick mag dieser Einfall etwas verrückt erscheinen, doch ist es kaum verwunderlich, dass erstaunlich viele Menschen, die von den Ereignissen dieses Tages wie gelähmt waren, dieses Angebot dankbar wahrnahmen. Einige berichteten hinterher, wie viel Trost und Kraft sie erfuhren, als sie über das Fell streichelten und sich von der Hündin über die Hand oder die Nase schlecken ließen. Für Tier-Experten ist dies keineswegs verwunderlich - weiß man doch seit langem von der durchaus positiven Wirkung, die Tiere auf die menschliche Psyche hat.

Kontakt

Tiere helfen Menschen e. V.
c/o Graham Ford
Münchener Straße 14
97204 Höchberg
http://members.aol.com/thmev
Institut für soziales Lernen mit Tieren
Ingrid Stephan
Am Ibsinger Berg 1
30900 Wedemark
Telefon: +49 (0)5130 40326
Fax: +49 (0)5130 3130
http://www.lernen-mit-tieren.de
Förderkreis Therapeutisches Reiten
Doris Krämer
Grapperhausen 8
49434 Neuenkirchen
Telefon: +49 (0)5493 996600
Fax: +49 (0)5493 5700
http://foerderkreis-therapeutisches-reiten.de
Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie
Dr. sc. Dennis C. Turner, Direktor
Vorderi Siten 30, Postfach 32
CH-8816 Hirzel/Schweiz
Telefon: +41 (0)1729 9227
Fax: +41 (0)1729 9286
http://www.turner-iet.ch/~cdturner
International Association of Human-Animal Interaction Organizations (IAHAIO)
Linda Heynes, Secretary Treasurer of IAHAIO
c/o Delta Society
289 Perimeter Road East
Renton, WA 98055-1329
USA
http://www.iahaio.org
Delfintherapie am Roten Meer
Dolphin Reef Eilat
Southern Beach
POB 104 Eilat
88100 Israel
http://www.dolphinreef.co.il
Projekt „Delfintherapie in Nürnberg“
Projektleitung: Dr. Lorenzo von Fersen (Tiergarten Nürnberg)
Am Tiergarten 30
90480 Nürnberg
Dr. Erwin Breitenbach (Universität Würzburg)
Wittelsbacherplatz 1
97074 Würzburg
Telefon: +49 (0)911 545483 (Nürnberg)
Telefon: +49 (0)931 8884832 (Würzburg)
Fax: +49 (0)911 5454802 (Nürnberg)
Fax: +49 (0)931 8886804 (Würzburg)
http://www.uni-wuerzburg.de/gbpaed/projekte/delphin
Deutsches Kuratorium für therapeutisches Reiten e. V.
Bundesgeschäftsstelle
Freiherr-von-Langen-Straße 13
48231 Warendorf
Telefon: +49 (0)2581 63620
Fax: +49 (0)2581 62144
http://www.pferdenet.de/DKThR
Deutscher Verein für Blindenführhunde und Mobilitätshilfen e. V.
Pidinger Straße 10
81379 München
Telefon: +49 (0)89 7849755
Fax: +49 (0)89 7849755
http://www.dvbm.de

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