Traumjob über den Wolken
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Traumjob über den Wolken

Bild: Foto: Angelika Ruch, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

wissen.de: War Pilot von Anfang an Ihr Traumjob oder hat es ein wenig gedauert, bis Sie zu diesem Beruf gefunden haben?

Das Interview

wissen.de: War Pilot von Anfang an Ihr Traumjob oder hat es ein wenig gedauert, bis Sie zu diesem Beruf gefunden haben?

Chrisitan: Flugzeuge und auch die feschen Uniformen der Piloten haben mich schon als Kind begeistert. Zu dem Beruf habe ich aber erst viel später und über den Umweg eines begonnenen Maschinenbaustudiums gefunden. Irgendwie war dieser etwas ausgefallene Beruf nach dem Abitur noch nicht in meinen Überlegungen vertreten.

wissen.de: Wie wird man eigentlich Pilot und wie kann man eine solche Ausbildung finanzieren?

Christian: Für den Verkehrsflugzeugführer benötigt man eine Eignungsprüfung. Fällt diese positiv aus, kann man entweder Schein für Schein erwerben oder in durchgehender Ausbildung schulen, so wie es z.B. die Lufthansa an der Verkehrsfliegerschule in Bremen und Phoenix/Arizona tut. Letzteres dauert für Theorie und Praxis in etwa zwei Jahre.

Die Ausbildung zum Verkehrsflugzeugführer ist sehr teuer. Hat man jedoch auch die Firmenqualifikation der Lufthansa bestanden, wird die Schulung zum Teil von Lufthansa und zum Teil über ein Firmendarlehen finanziert. Über Einzelheiten sowohl zum Ausbildungsablauf, zu den Inhalten wie auch zur Finanzierung kann man sich z.B. auch unter www.lufthansa-pilot.de informieren.

wissen.de: Bleibt man als Pilot möglichst bei einer Fluglinie oder ist es karrierefördernd, die Fluglinie zu wechseln?

Christian: Das ist sehr unterschiedlich: Viele Piloten wechseln anfangs des öfteren die Gesellschaft, hören damit aber spätestens dann auf, wenn sie einmal bei einer größeren Fluglinie beschäftigt sind. Denn in den meisten Firmen herrscht beim „fliegenden Personal“ das Senioritätsprinzip, d.h. umgeschult oder befördert, z.B. zum Flugkapitän, wird von den Bewerbern immer zuerst derjenige, der schon länger dabei ist. Bei einem Wechsel in eine andere Gesellschaft muss man sich deshalb in den meisten Fällen jeweils wieder ganz hinten einreihen.

wissen.de: Ist Weiterbildung als Pilot ein Thema?

Christian: Ein ganz großes: Wir müssen uns ständig weiterbilden, da es immer wieder Neuerungen und Änderungen gibt oder auch wenn wir z.B. das Flugzeugmuster wechseln. Zudem müssen wir regelmäßig den Nachweis erbringen, dass wir unser „Handwerk“ verstehen. Neben vielen anderen Schulungen gehen wir dazu auch mindestens viermal im Jahr in einen Flugsimulator.

Alltag als Pilot

wissen.de: Als Pilot ist man vermutlich viel unterwegs - wie vereinbaren Sie dies mit Freundschaften und Freizeitaktivitäten?

Christian: Freundschaften müssen aktiv gepflegt werden, d.h. die Initiative muss vielfach von einem selbst ausgehen, da viele Freunde und Bekannte unter Umständen sich nicht mehr bei einem melden, wenn man so wenig zu Hause und so schlecht zu erreichen ist. Freizeitaktivitäten müssen entweder spontan unternommen oder aber weit im Voraus geplant werden, da nur dann die Möglichkeit besteht, noch Einfluss auf den einmal im Monat veröffentlichten Dienstplan zu nehmen.

wissen.de: Findet man bei einem Stop in einer fremden Stadt auch die Zeit, Land und Leute ein wenig näher kennen zu lernen?

Christian: Den „Wochenstop“, wie es früher gang und gäbe war, gibt es heute so gut wie nicht mehr. Die meisten Ziele werden mindestens einmal täglich angeflogen und das bedeutet, dass man nach einer kurzen Ruhezeit oftmals am nächsten Tag schon wieder zurückfliegt. Wenn das Crewhotel aber direkt in der Stadt liegt, so ist auch dann etwas Zeit für kurze Besichtigungstouren. Mehr Möglichkeiten, Land und Leute kennen zu lernen oder auch Ausflüge zu machen, hat man während der längeren Touren mit entweder zwei oder manchmal auch drei freien Tagen vor Ort, wie es sie glücklicherweise auch noch gibt.

wissen.de: Bleibt für Sie das Fliegen etwas besonderes oder ist es inzwischen zur Routine geworden wie für andere Leute das Autofahren?

Christian: Es ist zu einem großen Teil zur Routine geworden und das ist auch gut so, da es ansonsten auf Dauer viel zu anstrengend wäre. Gleichzeitig ist es aber für mich nach wie vor etwas ganz besonderes und äußerst reizvolles.

wissen.de: Was war für Sie das bisher interessanteste Flugziel von der Herausforderung an Ihr fliegerisches Können oder von der Exotik des Landes?

Christian: Da gibt es unterschiedliche Arten der Herausforderung: Zum Beispiel sehr verkehrsreiche Plätze, wie viele in den USA, terrainkritische, wie zum Beispiel Addis Abeba, oder Plätze, die von der Infrastruktur schlechter ausgestattet sind, wie viele in Afrika.

Ich habe kein Lieblings-Flugziel im eigentlichen Sinne: New-York und San Francsico sind genauso reizvoll wie Hongkong, Shanghai, Tokyo, Dubai oder Johannesburg. Gerne fliege ich immer zu Orten, an denen ich noch nicht war und damit wieder einen weißen Fleck auf dem Globus für mich beseitigen kann. Das Interessante sind die Abwechslung und die Vielfalt.

wissen.de: Haben Sie einen besonderen Tipp, wie man den Jet-Lag bekämpft?

Christian: Dafür gibt es leider kein Patentrezept. Da muss jeder für sich etwas experimentieren und seinen eigenen Weg finden. Ich versuche stets nach der Ankunft, speziell zu Hause, mich möglichst sofort wieder dem örtlichen Rhythmus anzupassen.

wissen.de: Als Pilot muss man gesundheitlich topfit sein. Sind Sie besonders abgesichert, falls Sie einmal Ihren Beruf nicht mehr ausüben können?

Christian: Es gibt für uns genauso Berufsunfähigkeits- oder “Loss of Licence“-Versicherungen, wie sie bei uns heißen, wie für andere Berufe auch. Diese sind allerdings nicht billig, da es viele Fälle gibt, in denen man die meisten anderen Berufe noch ausüben könnte, man aber die notwendige Flugtauglichkeit vom Fliegerarzt nicht mehr attestiert bekommt.

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