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Trinkwasser: Das Dünger-Problem
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Trinkwasser: Das Dünger-Problem

Tatsächlich ist das Wasser aus dem Hahn trotz gelegentlicher Berichte über Schadstoffe in der Regel einwandfrei und kann bedenkenlos getrunken werden. Außerdem schont es den Geldbeutel und stellt damit eine preisgünstige Alternative zum Mineralwasser aus der Flasche da. Die Frage ist nur, wie lange noch. Denn damit…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt
Artikelbild

pixabay.com, kaboompics

Tatsächlich ist das Wasser aus dem Hahn trotz gelegentlicher Berichte über Schadstoffe in der Regel einwandfrei und kann bedenkenlos getrunken werden. Außerdem schont es den Geldbeutel und stellt damit eine preisgünstige Alternative zum Mineralwasser aus der Flasche da. Die Frage ist nur, wie lange noch. Denn damit die Qualität des Trinkwassers tadellos bleibt, müssen Wasserversorger immer öfter zu teuren Reinigungs- und Aufbereitungsmethoden greifen.

Belastetes Nass

Neben natürlichen Belastungen, zum Beispiel durch giftiges Uran aus Gesteinsformationen, haben es die Unternehmen dabei vor allem mit menschengemachten Verunreinigungen zu tun. Zum Beispiel mit Arzneimitteln: Nicht abbaubare Wirkstoffe wandern über den Urin der Patienten in den Wasserkreislauf oder werden als Tabletten über die Toilette entsorgt. Auch schwer abbaubare Industriechemikalien oder Pestizide gelangen in Form von Abwässern in Flüsse und Seen, denn die Kläranlagen filtern bei weitem nicht alle Stoffe erfolgreich heraus.

Besonders groß sind jedoch die Belastungen durch die Landwirtschaft: Zum einen können über die Gülle von Nutztieren Krankheitserreger in den Wasserkreislauf gelangen. Zum anderen gerät dort, wo Bauern düngen, vermehrt Nitrat in den Boden und von dort ins Grundwasser. Das Problem: Zwar ist Nitrat an sich nicht gesundheitsschädlich. Die Verbindung aus Stickstoff und Sauerstoff kann aber zu Nitrit werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert und außerdem im Verdacht steht, indirekt krebserregend zu sein.

Droht ein Preisanstieg?

Der übermäßige Einsatz von Gülle und stickstoffhaltigem Dünger hat in der Vergangenheit immer wieder zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser geführt - mit ärgerlichen Folgen. So hat die Europäische Union Deutschland im November 2016 wegen der wiederholt hohen Werte verklagt. Auch Verbraucherschützer schlagen Alarm: Verbraucher müssten sich darauf einstellen, dass der Wasserpreis um bis zu 45 Prozent steigen werde, wenn nicht bald weniger Dünger auf die Felder gebracht werde, prophezeite jüngst das Umweltbundesamt (UBA).

Die Experten berufen sich dabei auf eine Studie, nach der derzeit in mehr als 27 Prozent der Grundwasservorkommen der Bundesrepublik die Nitrat-Grenzwerte von 50 Milligramm pro Liter überstiegen werden. Als Folge müssten die Wasserversorger in Zukunft noch teurere Reinigungstechniken anwenden. Die Kosten dafür würden an die Kunden weitergeleitet. Laut UBA könnten sich die Trinkwasserkosten für eine vierköpfige Familie dadurch im Schnitt um bis zu 134 Euro pro Jahr erhöhen.

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