Venustransit am 8. Juni. 2004: Das Programm
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Venustransit am 8. Juni. 2004: Das Programm

Bild: Foto: Jörg Braukmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Erst seit knapp vierhundert Jahren wissen wir, dass die Venus manchmal vor der Sonnenscheibe stehen kann. Seitdem ist ein solcher „Venusdurchgang“ erst sechsmal vorgekommen und erst fünfmal wurde er beobachtet beim ersten Mal, 1631, war die Sonne in Europa noch nicht aufgegangen, als es passierte.

Spät entdeckt

Erst seit knapp vierhundert Jahren wissen wir, dass die Venus manchmal vor der Sonnenscheibe stehen kann. Seitdem ist ein solcher „Venusdurchgang“ erst sechsmal vorgekommen und erst fünfmal wurde er beobachtet beim ersten Mal, 1631, war die Sonne in Europa noch nicht aufgegangen, als es passierte.

Anfang des achtzehnten Jahrhunderts erkannte man den besonderen wissenschaftlichen Wert des Ereignisses: Es erlaubt, die Entfernung zwischen der Erde und der Sonne mit großer Genauigkeit zu vermessen. Seitdem wurden alle Venusdurchgänge von Astronomen genau beobachtet.

Die Auswertung aller Beobachtungen zwischen 1761 und 1882 brachte endlich den ersehnten Wert: Der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne ergab sich zu 149,59 Millionen Kilometer.

Der Venusdurchgang am 8. Juni 2004 hat eine andere Bedeutung. Er ist ein Event. Eine noch nie da gewesene Zahl von Menschen wird zum Himmel schauen und sich an dem seltenen Schauspiel erfreuen. Tausende werde die Beobachtungen der Astronomen des achtzehnten und des neunzehnten Jahrhunderts nachvollziehen und sich damit die Größe unseres Sonnensystems verdeutlichen. Und viele werden sich an der spannenden und manchmal skurrilen Geschichte der Venusdurchgänge erfreuen.

Der Abendstern

Schon während des Frühjahrs 2004 hatte Venus deutlich auf sich aufmerksam gemacht: Als hell leuchtender Abendstern war sie mit Abstand das hellste Objekt am Himmel. Sie war sogar so hell, dass sie mit bloßem Auge am Tageshimmel zu sehen war.

Von der Erde aus gesehen näherte sie sich der Sonne bereits seit Februar, doch erst wenige Tage vor dem großen Tag wird sie so dicht an der Sonne stehen, dass sie von der untergehenden Sonne überstrahlt wird.

Am 8. Juni 2004 ist es dann so weit: Vor Sonnenaufgang steht der abnehmende Mond recht tief am südlichen Himmel. Im Nordosten ist in der Morgendämmerung für den aufmerksamen Beobachter der kleine Planet Merkur zu sehen. Um 5 Uhr 21 geht in Frankfurt/Main die Sonne auf. Sie steht zur Zeit genau zwischen den Hörnern des Stieres, den man natürlich im Tageslicht nicht sehen kann. Bei Sonnenaufgang steht Venus noch links unterhalb der Sonne. Doch ohne Hilfsmittel ist sie nicht zu sehen: Zu hell überstrahlt die Sonne den Nachbarplaneten. Nur wenn man eine Sonnenbeobachtungsfolie vor die Augen hält, kann man gefahrlos die Sonne beobachten, aber die Venus ist dann von der Folie weggefiltert.

Um 7:19 MESZ - fast zwei Stunden nach Sonnenaufgang - erreicht die Spannung ihren ersten Höhepunkt. Der Kontakt naht. Das Ereignis ist von der Mehrheit der Menschheit zu beobachten, denn um diese Zeit ist die Sonne von Europa bis Japan, von Sibirien bis Australien zu sehen. In vielen Ländern werden Venus-Fans ihre Teleskope auf das ungleiche Paar richten, um zu versuchen die genaue Zeit der Kontakte zu bestimmen.

Ein Geschenk der Natur

Damit Venus von der Erde aus gesehen vor der Sonne steht, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, die man sich klar machen kann, wenn man sich das Planetensystem einmal von oben und einmal von der Seite betrachtet vorstellt:

  • Von oben betrachtet: Venus muss auf der Verbindungslinie zwischen Sonne und Erde stehen, d.h. in der so genannten unteren Konjunktion. Ein solches Ereignis findet in unregelmäßigen Abständen ungefähr alle zwei Jahre statt.
  • Von der Seite betrachtet: Die Erde muss sich in der Ebene der Venusbahn befinden. Dies findet zweimal im Jahr statt: Anfang Juni und Anfang Dezember.

Anfang Juni oder Dezember

Ein Venustransit kann also nur Anfang Juni oder Anfang Dezember stattfinden. Dass beide Bedingungen gleichzeitig eintreffen, ist allerdings selten. Seit der Erfindung des Teleskops hat es erst sechsmal einen Venustransit gegeben: 1631, 1639, 1761, 1769, 1874 und 1882.

Wie man sieht, treten Venusdurchgänge paarweise im Abstand von acht Jahren auf. Dabei wechseln sich zwei Durchgänge im Sommer (z.B. 6. Juni 1761 und 3. Juni 1769) mit zwei Durchgängen im Winter (z.B. 9. Dezember 1874 und 6. Dezember 1882) ab. Eine solche Gruppe von vier Durchgängen bildet einen regelmäßigen Zyklus von 243 Jahren. Das zwanzigste Jahrhundert erlebte deshalb keinen Venusdurchgang. Der nächste Transit findet am 8. Juni 2004 statt, gefolgt von seiner Wiederholung am 5. Juni 2012. Danach wird es erst wieder am 10. Dezember 2117 so weit sein.

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