Es klingt nach einer Traumquote für jeden Nachwuchswissenschaftler: vier Fachartikel in einem Jahr, drei davon als Erstautor – und das noch vor Beginn der Promotion. Doch der Physiker, der diese Leistung während seiner Diplomarbeit erbrachte, zieht heute ein ernüchterndes Fazit. Seine damalige Arbeit empfand er als oberflächlich und hatte nicht das Gefühl, die Wissenschaft wirklich voranzubringen.
Was folgte, war eine bewusste Kehrtwende. Sein nächstes Paper ließ deutlich länger auf sich warten – doch nach eigener Einschätzung begründete es das Forschungsfeld der Rydberg-Vielteilchenphysik. Diese persönliche Wende vom Quantitäts- zum Qualitätsdenken nutzt der Wissenschaftler nun als Ausgangspunkt für eine radikale Forderung: Die akademische Welt solle sich nicht auf zwei Veröffentlichungen pro Monat beschränken, sondern auf zwei pro Jahr. Und selbst das, so fügt er hinzu, sei vermutlich noch zu viel.
Mit dem Hashtag #LessIsMore verdeutlicht der Autor seine zentrale Botschaft: Weniger, aber bedeutungsvolle Publikationen seien wertvoller als eine hohe Veröffentlichungsfrequenz. Der Vorschlag, die Publikationsrate auf zwei Paper pro Jahr zu begrenzen, zwingt Forschende, sich auf jene Projekte zu konzentrieren, die wirklich relevant sind. Er gibt Zeit für gründliche Experimente und für die Einordnung von Ergebnissen in größere Zusammenhänge.
Die persönliche Geschichte des Physikers zeigt, dass gerade die Arbeiten, die Zeit brauchen, oft jene sind, die ein ganzes Forschungsfeld prägen.




