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Von subjektiven Minuten und inneren Uhren
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Natur & Umwelt

Von subjektiven Minuten und inneren Uhren

Die Zeit vergeht nicht immer gleich schnell
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Natur & Umwelt

Die Zeit vergeht nicht immer gleich schnell

Die Sommerzeit-Winterzeitumstellung zeigt eigentlich, dass wir recht flexibel sind: Nach einigen Tagen ist bei den meisten Menschen das Gefühl vergangen, dass es früher/später ist, als die Uhr ihnen weismachen will. Bei aller Anpassungsfähigkeit, Pünktlichkeit und äußersten Konzentration gelingt es uns aber häufig trotzdem nicht, unseren Körper und unser Bewusstsein mit der “objektiven“ Standardzeit in Einklang zu bringen.

Immer wieder täuscht uns unsere Zeitwahrnehmung. Eine Minute ist eben nicht eine Minute! An der Bushaltestelle kommt uns eine Minute mindestens dreimal so lang wie im Lieblingskarussell vor - aber vielleicht nur halb so lang wie eine Minute in der Achterbahn. Wenn man einen unbekannten Weg zum ersten Mal geht, dauert das sehr lange. Beim nächsten Mal erscheint einem die Zeit, die man für die Strecke benötigt, schon viel kürzer.

Trotz Übung und Lebenserfahrung bleibt es äußerst schwierig, die objektive Länge einer Zeitspanne richtig zu bestimmen. Man sollte also meinen, dass wir hilf- und orientierungslos vom “Zeitstrom“ mitgerissen werden. Ein Trost ist immerhin, dass die Wissenschaft uns die Existenz einer “inneren Tagesuhr“ bestätigt. Deren Periodenlänge beträgt ungefähr 24 Stunden. Die Feinsteuerung funktioniert durch “Zeitgeber“, deren wichtigster das Licht ist.

Ein Problem moderner Menschen ist allerdings, dass sie nicht nach der inneren Uhr leben, wie z. B. Schichtarbeiter, die dadurch häufig über symptomatische chronische Beschwerden klagen. Ein weiteres Problem scheint zu sein, dass die Zeitgebung durch das Licht nicht mehr funktioniert. Unsere innere Tagesuhr registriert Lichtstärken von über 1000 Lux. Im Freien beträgt die Lichtstärke tagsüber mindestens 8000 Lux. Innenbeleuchtungen bieten aber nur 50 bis 500 Lux. Da sich die meisten Menschen hauptsächlich in Innenräumen aufhalten, leben sie nach den Messungen ihrer inneren Uhren überwiegend in “Finsternis“. Folgen sind Schlafstörungen, Schlaffheit und Depressionen.

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