
Roskosmos (für Porträt J. Gagarin) / NASA (für Erdansicht)
Der Countdown tickt auf null. Kerosin und flüssiger Sauerstoff strömen in das Zentraltriebwerk und die außenliegenden Zusatzdüsen entzünden sich donnernd. Ein Vibrieren geht durch den Raketenkörper, der noch in den Halterungen der Starttürme hängt, Rauch und Flammen schießen aus seinem Hinterende und hüllen alles meterhoch ein.

Pline / CC BY-SA 3.0
59 Sekunden nach dem Start. Jetzt ist der entscheidende Moment gekommen: Die Triebwerke haben nun genügend Schub, um das Gewicht der Rakete zu tragen, die Wostok schwebt für einen kurzen Moment scheinbar schwerelos auf ihrem eigenen Feuerstrahl. In diesem Augenblick öffnet sich die „Tulpe“ der Startarme und die letzten Halterungen geben die Rakete frei. „Pojechali! – Los geht’s!“, meldet Gagarin an die Bodenstation. Der Aufstieg von Gagarin in der Wostok-1 beginnt. Sein Ziel: die Umlaufbahn der Erde.
Zu diesem Zeitpunkt weiß außerhalb von Tjuratam nur eine Handvoll Menschen in den Führungsetagen von KGB, Militär und Partei, was dort gerade geschieht. Weder die Bevölkerung der Sowjetunion noch die der Bündnisstaaten und schon gar nicht der Erzrivale USA ahnen etwas. An der amerikanischen Ostküste ist es zu diesem Zeitpunkt gerade kurz nach elf Uhr abends, in den „Horchposten“ der CIA und anderer Überwachungseinheiten beginnt die Nachtschicht nichtsahnend ihren Dienst.




