Nach ein paar heißen Sommertagen kann ein erfrischender Sommerregen für eine angenehme Abkühlung sorgen - wäre da nicht das laute Donnergrollen und das unheilvolle Aufleuchten der Blitze am Himmel. Schon ihr greller Schein zeigt an, dass hier gewaltige Energien freiwerden. Denn die leuchtende Lichtspur entsteht, weil die Energie des Blitzes die Gasmoleküle der Luft kurzzeitig in ein Plasma verwandelt – einen glühenden Kanal aus geladenen Teilchen.
Allein die elektrische Spannung eines Blitzes erreicht 50 bis 500 Millionen Volt. Zum Vergleich: Der elektrische Stuhl hat lediglich eine Spannung von 2.000 Volt. Zusätzlich kann die Temperatur im Blitzkanal bis zu 30.000 Grad Celsius betragen - fünfmal mehr als die Temperatur der Sonnenoberfläche. Die Geschwindigkeit eines Blitzes liegt bei rund 1.000 Kilometer pro Sekunde.
Was tun… im Wald?
Geht das Gewitter erstmal richtig los, ist es deshalb wichtig, sich richtig zu verhalten um einem Blitzschlag zu entgehen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, im Lotto sechs richtige Zahlen zu tippen, 20- bis 40-mal höher als die Gefahr, hierzulande von einem Blitz getötet zu werden. Aber das Risiko ist da und die Klimaerwärmung treibt es von Jahr zu Jahr in die Höhe. 2014 gab es in Deutschland immerhin mehr als 600.000 registrierte Blitzeinschläge – und besonders viele ereigneten sich im Juli.
In der Nähe von Wäldern wird es besonders gefährlich, denn unter Bäumen bin ich nicht sicher. Der Grund dafür ist die entstehende Schrittspannung: Schlägt ein Blitz in einen Baum ein, breitet sich die Elektrizität kreisförmig im Boden aus und setzt alles in seiner Umgebung unter Strom. Mache ich nun in der Nähe dieser Fläche einen Schritt, besteht zwischen meinen beiden Füßen ein Spannungsunterschied und der Strom fließt durch mich hindurch.
"Eichen sollst Du weichen und Buchen sollst Du suchen" kennen zwar viele als Sprichwort, dem Blitz ist das hingegen egal. Daher gilt: Ist das Gewitter über uns, sollten wir so weit wie möglich vom nächsten Baum weggehen.
Was tun.. auf freiem Feld?
Doch was ist, wenn ich auf freiem Feld stehe? Dann rage ich allein auf weiter Flur auf und biete dem Blitz erst recht ein gutes Ziel. Tatsächlich kann das Stehenbleiben hier schnell brenzlig werden. Doch das alte Ratschlag, sich hinzulegen, ist auch nicht sinnvoll. Besser ist es, in die Hocke zu gehen, den Kopf einzuziehen, die Arme an die Brust zu legen und die Füße eng zu schließen.
Das sorgt dafür, dass ich den Boden nur mit den Füßen und damit auf einem möglichst kleinen Raum berühre. Das macht es dem Blitz schwerer, sich seinen Weg durch mich hindurch zu suchen. Auch Tiere oder andere Menschen sollte ich währenddessen nicht berühren, denn auch das vergrößert die Angriffsfläche für einen Blitz.
Erwischt mich das Gewitter beim Zelten, bin ich in ihm nicht geschützt. Deshalb ist es wichtig, auch hier die schützende Hockstellung einzunehmen, am besten auf einer isolierenden Kunststoffschicht, wie beispielsweise der Isomatte. Man sollte zudem darauf achten, weder das metallene Zeltgestänge noch die womöglich nasse Zeltwand zu berühren – denn wenn der Blitz einschlägt, sucht er sich dort hindurch seinen Weg.
Wie sicher ist es im Auto und Haus?
Befindet man sich in einem Auto oder in der Bahn, ist man durch den sogenannten Faraday´schen Käfig geschützt. Schlägt hier ein Blitz ein, wird seine Ladung von der metallenen Karosserie abgeleitet. Im Inneren entsteht deshalb kein gefährliches elektrisches Feld. Diese Schutzwirkung funktioniert auch dann, wenn ich von einem Drahtkäfig umgeben bin – solange ich ihn nicht berühre. Deshalb wird dieses Prinzip als Faraday´scher Käfig bezeichnet.
In Gebäuden sorgt normalerweise ein Blitzableiter dafür, dass der Blitz außen entlang dieses metallischen Leiters in den Boden abgeleitet wird. Dennoch empfiehlt es sich – bei Häusern oder Schuppen ohne Blitzableiter sowieso – während des Gewitters nicht zu Duschen oder Baden und Elektrogeräte auszuschalten und die Stecker zu ziehen.
Übrigens sollte ich auch unmittelbar nach einem Blitzeinschlag besser keine Metallgegenstände berühren. Denn schlägt ein Blitz in einem Umkreis von hundert Metern ein, können sich solche Gegenstände elektrisch aufladen. Sollte ich ihn daraufhin berühren, entlädt sich die Spannung über meinen Körper – ich bekomme einen Stromschlag.

