Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Technik & Mobilität/Artikel
Wie ausgediente Schiffe zur Umweltsünde werden
Bildquelle nicht angegeben
Technik & Mobilität

Wie ausgediente Schiffe zur Umweltsünde werden

Ein halb ausgeschlachteter Schiffsrumpf rostet im flachen Wasser, in dem Ölpfützen in allen Regenbogenfarben schimmern. Einrichtung, Elektronik und nützliche Bauteile des Ozeanriesen wurden bereits verkauft – ein riesiger Absatzmarkt sorgt dafür, dass die Existenz vieler Familien daran hängt. Vor dem toten Koloss…
Veröffentlicht
23. April 2025
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Technik & Mobilität
Abwrackarbeiten am Strand von Chittagong

© Salvador Campillo Alba, iStock

Ein halb ausgeschlachteter Schiffsrumpf rostet im flachen Wasser, in dem Ölpfützen in allen Regenbogenfarben schimmern. Einrichtung, Elektronik und nützliche Bauteile des Ozeanriesen wurden bereits verkauft – ein riesiger Absatzmarkt sorgt dafür, dass die Existenz vieler Familien daran hängt. Vor dem toten Koloss hämmern Arbeiter an den Überresten, schneiden mit einfachen Werkzeugen Metallplatten aus dem Schiffsskelett heraus – so lange, bis das hochhausgroße Ungetüm schrumpft. Eine schier unlösbare Aufgabe, wenn man die winzigen Arbeiter vor der gigantischen Kulisse betrachtet.

Abwrackwerft bei Chittagong

© alexeys, iStock

Riskante Schiffszerlegung

Was wie eine dystopische Szenerie wirkt, ist Realität in Bangladesch und Indien. Die dortigen Strände sind die Schiffsfriedhöfe der Welt. 80 Prozent der Ozeanriesen nehmen nach bis zu 30 Dienstjahren auf ihrer letzten Fahrt Kurs auf diese Länder. Doch darunter leiden Umwelt und Arbeiter gleichermaßen. „Bei Springfluten werden die Schiffe in Indien oder Bangladesch auf den Strand gefahren und dort händisch von den Arbeitern abgebaut. Die Menschen haben oft keine Schutzkleidung, sind nicht vor den giftigen Stoffen geschützt, die ungehindert ins Meer gelangen, und werden zudem schlecht bezahlt“, erklärt Anja Binkofski vom Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven.

Auch europäische Schiffe gehören zu den ausgeschlachteten Giganten an den Stränden Südostasiens. Das ist nach europäischem Recht zwar illegal, doch viele Schiffe werden Binkofski zufolge einfach umgeflaggt, um so deren Herkunft zu verschleiern. Der Grund für dieses Vorgehen liegt auf der Hand: Die Eigner entgehen so dem legalen Abwracken in einer europäischen Werft, das wegen der höheren Arbeitslöhne deutlich weniger lukrativ wäre.

Abwrackwerft in Alang, Indien

© Nayeem Noor / CC BY-SA 4.0

Wäre Deutschland ein geeigneter Standort?

Es wird deutlich: Eine Wende in Sachen Schiffsrecycling ist längst überfällig. Binkofski kann sich diesbezüglich zum Beispiel vorstellen, Norddeutschland als einen neuen Standort für Recycling-Werften zu etablieren. Schiffe statt in Südostasien vor der eigenen Haustür zu zerlegen, wäre auch eine nachhaltige Möglichkeit zur Stahlgewinnung. Denn würde man den in Schiffen verbauten Stahl recyceln, könnte das 80 bis 90 Prozent jener Emissionen einsparen, die sonst bei der energieaufwendigen Herstellung von neuem Stahl anfallen.

In Kombination mit einer intelligenten Kreislaufwirtschaft könnte das Schiffsrecycling sogar eine Chance für strukturschwache Regionen sein und auftragslosen Werften eine Wiedergeburt bescheren, argumentiert Binkofski. Bislang ist recycelter Stahl zwar noch nicht großflächig in die Kreislaufwirtschaft integriert, doch Interesse an dem Konzept besteht trotzdem, wie die Kulturwissenschaftlerin erklärt: „In Deutschland erhielt gerade die erste Werft eine Genehmigung, Schiffe zu recyceln, andere Werften warten noch auf ihre Zertifizierung.“

Doch es gibt noch zahlreiche Hürden zu überwinden, vor allem bürokratischer Natur. „Hohe Lohnkosten, Umweltauflagen und fehlende rechtliche Regelungen sind Gründe für die erschwerte Umsetzung. Bisher durften Schiffe in Reparaturwerften nur zu 75 Prozent rückgebaut werden, sobald es um die letzten 25 Prozent ging, griffen Regelungen der Abfallwirtschaft“, berichtet Binkofski.

Hongkong-Konvention verspricht Hoffnung

Die entscheidende Wende könnte womöglich die sogenannte Hongkong-Konvention bringen, die am 26. Juni 2025 in Kraft tritt. Sie wurde von den Mitgliedern der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO beschlossen und fordert umweltfreundliche Standards beim Schiffsrecycling sowie sichere, faire Arbeitsbedingungen weltweit. Zum Beispiel sollen giftige Farbpartikel, Ölreste und weitere Chemikalien künftig nirgendwo mehr unkontrolliert ins Wasser gelangen oder sich im Sand ablagern. Ein Gefahrstoffinventar, welches für Schiffe unter EU-Flagge schon seit 2019 vorgeschrieben ist, soll außerdem mehr Transparenz beim zu entsorgenden Material schaffen.

Doch wer kontrolliert die Einhaltung? Die Hongkong-Konvention ist zwar ein politisches Schwergewicht, aber nicht rechtlich bindend. Binkofski blickt daher mit gemischten Gefühlen auf das Inkrafttreten im Juni.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Technik & Mobilität

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik & Mobilität.

Alle Technik & Mobilität-Artikel
Musiker Dan Saks startet Bilderbuch-Launch per Fahrrad durch die Niederlande
Technik & Mobilität

Musiker Dan Saks startet Bilderbuch-Launch per Fahrrad durch die Niederlande

5. Oktober 2026

Der Pädagoge und Musiker Dan Saks veröffentlicht sein Kinderbuch "On Our Bikes" mit einer Familienreise durch das niederländische Radwegenetz – dokumentiert als Musikvideo und Vlog.

Wissenstest: Magnetismus-Quiz
Technik & Mobilität

Wissenstest: Magnetismus-Quiz

8. März 2026

Zehn Fragen zum Magnetismus. – Magnete finden sich in den einfachsten ebenso wie in den komplexesten Geräten unseres Alltags. Sie sind heute von der Türklingel bis zum Smartphone in praktisch jedem elektrisch…

Wissenstest: Holz-Quiz - Wie gut kennen Sie den nachhaltigen Werkstoff?
Technik & Mobilität

Wissenstest: Holz-Quiz - Wie gut kennen Sie den nachhaltigen Werkstoff?

8. März 2026

Zehn Fragen zum Werkstoff Holz. – Bis vor etwa 200 Jahren diente Holz nicht nur als Brennstoff für Haushalt, Handwerk und Industrie, sondern war auch der Werkstoff für den Großteil der Dinge des täglichen Bedarfs. Aber…

Wissenstest: Fotografie-Quiz – Wie gut kennen Sie sich mit Kameras und Fotografie aus?
Technik & Mobilität

Wissenstest: Fotografie-Quiz – Wie gut kennen Sie sich mit Kameras und Fotografie aus?

8. März 2026

Egal ob mit dem Smartphone oder einer Spiegelreflex, analog oder digital, als Selfie oder als ästhetisches Gesamtkunstwerk – mit Fotos halten wir Erinnerungen auf ewig fest. Moderner Technik sei Dank, lassen sich auch…

← Zurück zu Technik & MobilitätZur Startseite