Wie funktioniert ein Paternoster-Aufzug?
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Wie funktioniert ein Paternoster-Aufzug?

Bild: Foto: Reinhard Hurt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

In einem Spot der Mainzelmännchen wurde die Frage nach der Funktionsweise eines Paternosters auf diese Art und Weise beantwortet: Wer in einem Paternoster vergisst, rechtzeitig auszusteigen, der rumpelt gegen die Decke und fährt kopfüber wieder zurück. Aber so ist es nicht, und so war es auch seit der Erfindung dieser Aufzugtechnik noch nie!

Paternoster-Aufzüge sind in dieser Hinsicht völlig harmlos. In den noch wenigen intakten Paternoster-Aufzügen in Deutschland findet man rechtzeitig vor dem oberen und unteren Wendepunkt ein Schild mit der Aufschrift »Weiterfahrt ungefährlich«. Durch einen ausgeklügelten Mechanismus werden die einzelnen Kabinen nicht etwa wie vermutet auf den Kopf gestellt, sondern sie verharren bei ihrem unendlichen Kreislauf jederzeit in der gleichen aufrechten Position.

Zur Verdeutlichung kann man ein durchaus ähnliches Beispiel nennen: Wenn man in ein Riesenrad steigt, fällt man ja auch nicht an der höchsten Stelle aus der Kabine. Zwar nicht ganz so simpel wie die Kabinenaufhängung im Riesenrad, aber durchaus ähnlich funktioniert auch der Mechanismus der Paternoster-Kabinen. Die Kabinen werden oben an einer (oder mehreren) endlosen Ketten befestigt. Diese Ketten laufen am oberen und unteren Wendepunkt über Polygonräder und ermöglichen so den gefahrlosen Transport im Paternoster.

Der Neubau von Paternoster-Aufzügen ist übrigens seit Mitte der 70er Jahre verboten. Das schwierige Ein- und Aussteigen in einen bzw. aus einem fahrenden Aufzug hatte häufiger zu Unfällen geführt, nicht etwa der kritische Wendepunkt. Dennoch existieren auch heute noch einige dieser Aufzüge in Deutschland. Als 1993 die bestehenden Anlagen ebenfalls abgeschafft werden sollten, hagelte es Proteste von Liebhabern der einfallsreichen, praktischen Technik. So konnten einige dieser Aufzüge erhalten bleiben, vorwiegend in älteren Büro- und Verwaltungsgebäuden. Heutzutage haben es sich sogar verschiedene Unternehmen zur Aufgabe gemacht, Paternoster-Aufzüge aufwändig zu sanieren und sicherer zu machen.

Die gewiefte Technik dieser vertikalen Personenbeförderung existiert schon seit rund 100 Jahren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt der Paternoster als Revolution in der Aufzugtechnik, weil er viel mehr Personen viel schneller transportieren kann - es gibt schließlich keine Wartezeit.

Übrigens: Paternoster bedeutet wörtlich übersetzt »Unser Vater« und ist ursprünglich die Bezeichnung für das Gebet »Vater Unser«. Und - so unwahrscheinlich es auch erscheint - der Name des Aufzugs steht tatsächlich im Zusammenhang mit dem religiösen »Paternoster«. Der Rosenkranz wird nämlich auch »Paternosterschnur« genannt. Und so, wie der Rosenkranz unendlich weiter gebetet werden kann, fährt auch der Paternoster-Aufzug unendlich seine Runden ...

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