Es ist eine perfide Strategie: Nicht einfach Falschinformationen verbreiten, sondern sie in die vertraute Hülle seriöser Medienmarken kleiden. Russland erstellt gefälschte Webseiten oder Social-Media-Auftritte, die etablierten Nachrichtenmarken täuschend ähnlich sehen, um Desinformation glaubwürdig wirken zu lassen.
Laut einem Bericht von NewsGuard hat Russland diese Taktik innerhalb eines Jahres um 850 Prozent gesteigert. Das Unternehmen NewsGuard, das Medienglaubwürdigkeit bewertet, hat diese Entwicklung in einem Sonderbericht dokumentiert. Die Kampagnen richten sich vorrangig gegen westliche Demokratien und zielen darauf ab, politische Meinungsbildung zu beeinflussen.
Diese Methode ist besonders effektiv, weil sie das Vertrauen des Publikums in seriöse Medien gezielt ausnutzt. Ein geklonter Social-Media-Account mit fast identischem Namen, ein leicht abgewandelter Domain-Name – solche Details entscheiden darüber, ob eine Desinformationskampagne verfängt. Für normale Nutzerinnen und Nutzer ist diese Art der Manipulation schwer zu erkennen, weil die Klone oft so präzise nachgebaut sind, dass Design, Typografie und Bildsprache kaum von den Originalen zu unterscheiden sind.
Der starke Anstieg deutet auf eine systematische Ausweitung staatlich gesteuerter Desinformationsoperationen hin. Der Bericht unterstreicht die wachsende Bedrohung durch koordinierte Informationsoperationen für die öffentliche Meinungsbildung im digitalen Raum. Die Taktik greift das Fundament demokratischer Öffentlichkeit an: das Vertrauen in unabhängige Berichterstattung.

