"Wir kamen in Frieden"
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"Wir kamen in Frieden"

Bild: Foto: ManuelB701, CC0, via Wikimedia Commons

"Wir kamen in Frieden" - Die Chronologie der Mondlandung (16. Juli 1969 - 24. Juli 1969)

16. Juli 1969

14.32 Uhr MEZ. "Apollo 11" startet vom Startkomplex 39 A auf dem Raumfahrtgelände Kap Kennedy in Florida.

14.43 Uhr MEZ. Das Raumschiff erreicht eine elliptische Erdumlaufbahn in einer Höhe von maximal 200 km. Auf dieser Bahn »parkt« "Apollo 11" ca. zwei Stunden und 20 Minuten. Währenddessen werden die Bordsysteme noch einmal für den Weiterflug überprüft.

17.16 Uhr MEZ. Die Triebwerke werden für die Dauer von 347,3 Sekunden gezündet und beschleunigen das Raumschiff auf eine Geschwindigkeit von 10,8 km pro Sekunde. "Apollo 11" hat zu diesem Zeitpunkt die Erde eineinhalb Mal umrundet. Mit der 100-Tonnen-Schubkraft der Triebwerke wird das Raumschiff aus der Erdumlaufbahn auf die Flugbahn Richtung Mond gebracht.

17.48 Uhr MEZ. Das Manöver zur Abtrennung der letzten Stufe der Saturnträgerrakete und das Kopplungsmanöver mit der Landefähre beginnt. Dazu wird die "Apollo"-Kapsel von der Spitze der Saturnrakete getrennt, wo jetzt nur noch die Mondlandefähre befestigt ist. Astronaut Collins manövriert die Kapsel etwa 30 m von der Trägerrakete weg, führt eine Drehung um 180 Grad aus und nähert sich mit der Spitze voran der an der Trägerrakete befestigten Mondfähre. Um 17.57 Uhr MEZ ist das Kopplungsmanöver erfolgreich abgeschlossen. Anschließend werden die Systeme des Raumschiffes "Columbia" und der Mondfähre "Eagle" verbunden und zwischen dem Mutterschiff und der Fähre ein Druckausgleich hergestellt. Um 18.42 Uhr MEZ werden die Raumschiffkombination und die letzte Stufe der Trägerrakete durch eine Sprengung endgültig voneinander getrennt.


17. Juli 1969

15.30 Uhr MEZ. "Apollo 11" hat die Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt. Das Raumschiff ist jetzt 192 000 km von der Erde entfernt.


18. Juli 1969

22.47 Uhr MEZ. Edwin E. Aldrin und wenig später Neil A. Armstrong kriechen durch einen Verbindungstunnel erstmals in die Mondlandefähre zur Überprüfung der Bordsysteme.


19. Juli 1969

00.00 Uhr MEZ. "Apollo 11" schwenkt auf eine elliptische Bahn um den Mond ein. Für die Dauer von 357 Sekunden werden die Triebwerke gezündet. Als das Raumschiff um 18.13 Uhr MEZ hinter dem Westrand des Mondes verschwindet, besteht für ca. 30 Minuten keine Verbindung zur Erde. Um 22.43 Uhr MEZ befindet sich "Apollo 11" nach einem weiteren kurzen Triebwerkstart auf einer kreisförmigen Bahn um den Mond. Die "Parkbahn" des Raumschiffs verläuft von Osten nach Westen in durchschnittlich 111 km Höhe über dem Erdtrabanten.


20. Juli 1969

00.14 Uhr MEZ. Astronaut Aldrin kriecht durch die Tunnelschleuse in die Landefähre und kontrolliert die Bordsysteme. Die Nachrichtengeräte sowie die Luftversorgungs- und Klimaanlage werden in Betrieb genommen und Ausrüstungsgegenstände aus den Stauräumen geholt.

18.47 Uhr MEZ. Die Landefähre mit Edwin E. Aldrin und Neil A. Armstrong an Bord wird vom Mutterschiff abgetrennt. Beide Astronauten tragen ihre volle Raummontur.

20.08 Uhr MEZ. Das Triebwerk der Mondfähre wird erstmals gezündet, der Abstieg zum Mond beginnt. Die Mondlandefähre befindet sich jetzt auf einer elliptischen Bahn um den Mond, deren tiefster Punkt 15,7 km über der Mondoberfläche liegt.

21.05 Uhr MEZ. Mit der Zündung der Landetriebwerke beginnt die Bremsphase. Die Sinkgeschwindigkeit wird fortwährend gedrosselt. Um 21.14 Uhr MEZ befindet sich "Eagle" noch 4 km von der geplanten Landestelle entfernt. In den letzten Minuten vor der Landung übernimmt Neil A. Armstrong die Steuerung der Landefähre, die bis zu diesem Zeitpunkt automatisch gelenkt wurde, da sich der geplante Landeplatz als zu uneben und damit als zu gefährlich erweist.

21.17 Uhr MEZ. Die Landefähre ist auf dem Mond im "Meer der Ruhe" ("Mare Tranquilitatis") etwa 6,4 km vom vorausberechneten Ort entfernt gelandet. Durch die außerplanmäßige Verlegung des Landeplatzes werden die Treibstoffvorräte bis auf den letzten Tropfen verbraucht.


21. Juli 1969

00.43 Uhr MEZ. Aldrin und Armstrong beginnen damit, die Schutzanzüge für den ersten Spaziergang auf dem Mond anzulegen. Das Unternehmen beginnt vier Stunden früher als geplant.

03.49 Uhr MEZ. Die Ausstiegsluke der Landefähre ist geöffnet. Um 03.54 Uhr MEZ beginnt die Fernsehübertragung zur Erde. Während der nächsten zwei Stunden werden schwarzweiße Bilder zur Erde gesendet.

03.56 Uhr MEZ. Als erster Mensch betritt Neil A. Armstrong - mit dem linken Fuß zuerst - den Mond und richtet die historischen Worte an die Welt: "That's one small step for man, one giant leap for mankind." ("Für einen Menschen ist es nur ein kleiner Schritt, für die Menschheit aber ein gewaltiger Sprung."). Die ersten Eindrücke vom Mond beschreibt Armstrong so: "Die Oberfläche ist lose und pulvrig. Ich kann sie mit der Stiefelspitze lose hochkicken. Es klebt in einer feinen Schicht wie pulverisierte Holzkohle an meinen Stiefeln. Ich sinke nur einen Bruchteil eines Zentimeters ein, vielleicht drei Millimeter, aber ich kann die Fußabdrücke meiner Stiefel und das Sohlenmuster in den feinen sandigen Partikeln sehen."

04.14 Uhr MEZ. Auch Edwin E. Aldrin verlässt die Landefähre. Die letzte Stufe der Leiter springt er hinab. Armstrong sammelt unterdessen einige "Notfallmuster" ein.

04.23. Uhr MEZ. Die Astronauten enthüllen eine 22,5 x 19 cm große Metallplakette. Sie trägt, mit den Unterschriften der Astronauten und des US-Präsidenten versehen, die Inschrift: "Hier setzten Menschen vom Planeten Erde zum erstenmal ihren Fuß auf den Mond - Juli 1969 A.D. Wir kamen in Frieden für die gesamte Menschheit." Auch ein Sternenbanner ziehen die Astronauten auf.

04.35 MEZ. Ein Sonnenwindmesser wird aufgebaut, um die von der Sonne ausgehenden Gaswolken zu untersuchen.

04.47 Uhr MEZ. Armstrong und Aldrin führen ein Telefongespräch mit dem US-Präsidenten Richard M. Nixon im Weißen Haus in Washington.

05.06 Uhr MEZ. 15 Beutel mit Bodenproben sind von den Astronauten gesammelt worden. Dabei entfernen sich die beiden bis zu 40 m von der Landefähre. Insgesamt werden mehr als 20 kg lose Steine, Sand und Bohrproben aus 20 cm Tiefe gesammelt.

05.36 Uhr MEZ. Die Astronauten stellen einen Laserstrahlreflektor, der einer exakten Entfernungsmessung zwischen Erde und Mond dient, und ein Seismometer für die Messung von Mondbeben auf.

05.57 Uhr MEZ. Aldrin klettert zurück in die Landefähre. Zwölf Minuten später folgt ihm Armstrong. Um 06.11 Uhr MEZ wird die Luke von "Eagle" geschlossen. Der Ausflug auf den Mond ist beendet. Vom Lukenöffnen bis zum Schließen sind insgesamt zwei Stunden und 31 Minuten vergangen. Während der Exkursion von Aldrin und Armstrong umkreist Collins mit der "Columbia" den Mond in einer Höhe von 111 km. Zu seinen Aufgaben zählten neben der Unterhaltung der Funkverbindung mit der Mondfähre u.a. auch fotografische Vermessungsarbeiten. Bereits vor dem Start hatte er bedauert, er werde wohl als einziger Mensch die Mondlandung nicht sehen, da sich kein Fernsehgerät an Bord der "Columbia" befindet.

16.32 Uhr MEZ. Die beiden Astronauten beginnen mit den Vorbereitungen für den Rückweg vom Mond.

18.54 Uhr MEZ. Die Antriebssysteme der Landefähre werden gezündet. Der Aufenthalt auf dem Mond hat 21 Stunden und 37 Minuten gedauert. Nach sieben Minuten und 20 Sekunden erreicht "Eagle" die vorausberechnete Mondumlaufbahn. Nach und nach verringert sich der Abstand zum Mutterschiff "Columbia" in den nächsten Stunden.

22.35 Uhr MEZ. Die Mondlandefähre dockt an das Raumschiff an. Um 23.30 Uhr MEZ verlässt Armstrong als Letzter die Landefähre. Sie wird um 00.40 Uhr MEZ vom Raumschiff abgetrennt.


22. Juli 1969

05.56 Uhr MEZ. Für das Mondfluchtmanöver wird das Triebwerk der »Columbia« für zwei Minuten und 30 Sekunden gezündet. Das Raumschiff wird von 5600 km/h auf 9100 km/h beschleunigt und löst sich aus der Anziehungskraft des Mondes. »Apollo 11« befindet sich auf dem Rückflug zur Erde.

21.02 Uhr MEZ. Routinemäßig erfolgt eine Korrektur der Flugbahn. Damit soll erreicht werden, dass der berechnete Eintrittswinkel, sog. Eintrittskorridor, in die Erdatmosphäre so genau wie möglich erreicht wird. Während des Rückfluges gibt es keine besonderen Vorkommnisse. Bis zur Erde ist eine Gesamtstrecke von ca. 380 000 km zurückzulegen. Die »Columbia« benötigt dafür genau 59 Stunden und 55 Minuten.


24. Juli 1969

17.22 Uhr MEZ. Der Maschinenteil des Raumschiffs wird von der Kapsel getrennt. Um 17.35 Uhr MEZ erfolgt der Eintritt in die Erdatmosphäre. Zu diesem Zeitpunkt hat die Kapsel eine Geschwindigkeit von 11 km/sec. Am Wärmeschild der Kapsel treten Temperaturen von 2800 °C auf.

17.41. Uhr MEZ. Vom Flugzeugträger "Hornet" aus ist das Raumschiff "Columbia" als glühender Feuerball am Himmel zu sehen. Eine Funkverbindung ist während dieser Phase der Landung nicht möglich, da die Kapsel von einem Plasmamantel aus glühenden Gasen umgeben ist, welche die Funksignale nicht durchlassen.

17.51 Uhr MEZ. Die "Columbia" landet mit Hilfe von Fallschirmen wohlbehalten ca. 950 Seemeilen südwestlich von Hawaii im Pazifik. Die Reise zum Mond hat damit acht Tage, drei Stunden, 17 Minuten und 22 Sekunden gedauert. Die Landestelle liegt nur etwa 24 km entfernt von der Position des US-Flugzeugträgers "Hornet", der als Hauptbergungsschiff dient. Nach der Landung kentert die Raumkapsel zunächst. Durch drei Schwimmkörper wird sie jedoch wieder aufgerichtet. Nachdem Froschmänner die biologischen Isolieranzüge für die Astronauten zur Kapsel gebracht haben, fliegen die Astronauten Edward E. Aldrin, Neil A. Armstrong und Michael Collins mit einem Helikopter zum Flugzeugträger. An Bord werden sie u.a. von US-Präsident Richard M. Nixon begrüßt. Die Astronauten müssen eine Quarantänestation beziehen, damit nicht bislang unbekannte Bakterien aus dem Weltraum eingeschleppt werden.

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