Was ist eigentlich ein Hurrikan?
Hurrikans sind wahre Monsterstürme mit einem Durchmesser von bis zu 1500 km und Windgeschwindigkeiten von über 300 km/h. Hurrikans entstehen, wenn über warmen Meeren Wasser verdunstet und beim Aufsteigen zu mächtigen Gewitterwolken kondensiert. Die aufsteigende feuchte Luft saugt die Luft aus der Umgegung an und beginnt zu rotieren. Hurrikane werden von starkem Seegang und intensiven Niederschlägen begleitet. Die spiralig angeordneten Wolken lassen im Zentrum ein windstilles, niederschlagsfreies Gebiet von wenigen Kilometern Durchmesser frei: das Auge des Orkans.
Was macht Wirbelstürme so gefährlich?
An der Küste können Wirbelstürme in kurzer Zeit große Schäden anrichten. Extrem hohe Windgeschwindigkeiten und sintflutartige Regenfälle gehen mit gewaltigen Sturmfluten einher, wenn der Sturm das Meerwasser zu hohen Wellen aufwühlt, die weit ins Landesinnere vordringen. In ihrer Wirkung sind sie dadurch viel verheerender als Tornados.
Tropische Wirbelstürme bauen sich nur über Meeren mit einer Oberflächentemperatur von mindestens 27 °C auf. Die intensive Sonneneinstrahlung lässt große Mengen Wasser verdunsten, das von der Luft als Wasserdampf aufgenommen wird. In der Höhe kühlt die feuchtwarme Luft schnell ab und der Wasserdampf kondensiert zu Wolken und Niederschlägen. Dabei werden erhebliche Mengen an Wärmeenergie freigesetzt. Sie ist der Motor einer riesigen atmosphärischen Wärmekraftmaschine. Durch den Aufstieg warmer Luft herrscht am Boden niedriger Luftdruck. Er saugt von allen Seiten warme und feuchte Luftmassen an, die den Wirbel immer weiter „füttern“. Oberhalb der Wolken wird Luft nach außen geschleudert, wo sie zum Boden zurücksinkt. So entsteht ein ständiger Luftkreislauf.
Wie schnell ist ein Hurrikan?
Hurrikane kommen in Äquatornähe mit einer Geschwindigkeit von 8 bis 32 km/h voran; in weiterer Entfernung vom Äquator legen sie bis zu 80 km in der Stunde zurück. Entscheidend sind die Windgeschwindigkeiten der rotierenden Wolkenringe. Sie erreichen meistens einen Durchmesser von 60 bis 200 km und können sich mit über 300 km/h drehen. Je länger sie über tropische Gewässer ziehen, desto mehr Wasserdampf verdunstet und desto heftiger dreht sich die Luft. Aus der Wolkenwand des Wirbelsturms fallen gewaltige Regenmengen, 500 bis 1000 mm Niederschlag können innerhalb weniger Stunden niedergehen. Zum Vergleich: In Berlin werden pro Jahr durchschnittlich 600 mm Niederschlag pro Quadratmeter verzeichnet.
Was passiert im Zentrum eines Wirbelsturms?
Dort, im Zentrum des Wirbelsturms, liegt eine Zone niedrigen Luftdrucks. Während rundherum der Sturm tobt, ist es im „Auge“ windstill und trocken. Das Auge erstreckt sich in der Regel über 30 bis 60 km.
Der Luftdruck in einem Hurrikan fällt vom Rand in Richtung Auge rapide ab. Dagegen nimmt die Windgeschwindigkeit von außen bis zur Wolkenwand, die das Auge umschließt, zu. In dieser Wand erreicht der Hurrikan seine höchste Geschwindigkeit.
Wer vergibt die Hurrikan-Namen?
Heute wählt die World Meteorological Organization die Namen für die Stürme. Seit 1979 wird zwischen weiblichen und männlichen Vornamen abgewechselt. Der erste Sturm eines Jahres über dem Atlantik beginnt stets mit dem Buchstaben A. Die ersten Stürme der Jahre 2006 bis 2011 heißen „Alberto“, „Andrea“, „Arthur“, „Ana“, „Alex“ sowie „Arlene“. Um sich nicht ständig neue Namen ausdenken zu müssen, wiederholen sich die Namenslisten alle sechs Jahre, das heißt, der erste Sturm des Jahres 2012 heißt wieder „Alberto“.
2005 übertraf die Anzahl der Hurrikane erstmals die in der Liste für ein Jahr vorgesehenen 21 Namen. Die folgenden Hurrikane wurden nach dem griechischen Alphabet benannt: „Wilma“, dem 21. Hurrikan, folgten „Alpha“, „Beta“ und „Delta“ sowie „Epsilon“, „Zeta“ und „Eta“. Wenn ein Hurrikan besonders schlimm wütet, kann sein Name aus der Liste gestrichen werden – so wurde „Ivan“, der 2004 schwere Schäden anrichtete, auf der Liste 2010 durch „Igor“ ausgelöst.

