Zimt
Natur & Umwelt

Zimt

Bild: Foto: Wilhelm Zimmerling PAR, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der warme, schwere Duft ist vertraut und aufregend zugleich. Er weckt Erinnerungen aus Kindertagen und entrückt uns in ferne Länder, wo die Bäume ein köstliches Aroma verströmen.

Betörende Wärme

Der warme, schwere Duft ist vertraut und aufregend zugleich. Er weckt Erinnerungen aus Kindertagen und entrückt uns in ferne Länder, wo die Bäume ein köstliches Aroma verströmen.

In China kochte man schon vor über 4000 Jahren mit der Rinde des Zimtbaums. Diese wird zuerst fein abgeschabt, dann eingerollt und getrocknet. In Europa blieb die Herkunft der duftenden Stangen jedoch lange Zeit ein Geheimnis. Um ihren Markt zu sichern, erzählten die Händler aus dem Morgenland allerlei Märchen: Mal hieß es, die Spezerei wachse auf dem Grunde eines Sees. Mal, der sagenhafte Vogel Phönix horte die beste Zimtsorte in seinem Nest.

Noch heute umgibt ein seltsamer Zauber den herbsüßen Geruch. Ob als Sympathiepülverchen auf die Schuhe gestreut oder als Aphrodisiakum - Zimt soll betören und die Sinne schwinden lassen.

Nach der Aromatherapie ist Zimtöl ein Duft für Körper und Seele. Er wärmt und hüllt ein, löst Blockaden und Verspannungen, schenkt Rhythmus und Geborgenheit.

Vielleicht gleicht ihm deshalb kein anderer Weihnachtsduft. Weil Zimt uns an eine Zeit erinnert, die kreisförmig war. Die Zeit, als wir hundertmal das Gleiche spielten, ohne dass es langweilig wurde. Vielleicht begehren wir seinen Duft aber auch, weil er so wundervoll fremd und exotisch ist. Vielleicht ist es einfach diese Mischung aus Nähe und Ferne - das Geheimrezept der Liebe - die den Zimt so unwiderstehlich macht.

Mehr aus Natur & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Natur & Umwelt.

Alle Natur & Umwelt-Artikel
Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt
Natur & Umwelt

Der Ozean kommt außer Atem: Warum unser größter Klimapuffer schwächelt

29. Oktober 2026

Der Ozean hat fast 30 Prozent des CO2 geschluckt, das wir je emittiert haben – doch durch die Erderwärmung nimmt er bereits sechs Prozent weniger auf als möglich. Was dieser versteckte Kipppunkt für uns bedeutet.

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien
Natur & Umwelt

Rechtspersönlichkeit für Ökosysteme: Mar Menor klagt in Spanien

23. Oktober 2026

Die spanische Lagune Mar Menor hat seit 2022 Rechtspersönlichkeit – als erstes Ökosystem Europas. Felix Aiwanger vom Max-Planck-Institut erklärt, wer künftig klagen könnte und wie Deutschland im internationalen…

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt
Natur & Umwelt

Hummelähnliche Insektenart nach 150 Jahren in Frankreich wiederentdeckt

21. Oktober 2026

Eine hummelähnliche Insektenart, die seit rund 150 Jahren in Frankreich als verschwunden galt, wurde im Raum Paris erneut gesichtet. Forschende sehen den Fund als Beleg für eine globale Taxonomie-Krise.

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand
Natur & Umwelt

Wie die Ölindustrie den Zweifel am Klimawandel erfand

19. Oktober 2026

Ein neuer Bericht dokumentiert, wie fossile Konzerne systematisch Desinformation über die menschengemachte Erderwärmung verbreiteten. Klimaforscher Stefan Rahmstorf empfiehlt die Lektüre dringend.

← Zurück zu Natur & UmweltZur Startseite