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Zugvögel: Wer fliegt weg, wer bleibt, wer kommt?
Bildquelle nicht angegeben
Natur & Umwelt

Zugvögel: Wer fliegt weg, wer bleibt, wer kommt?

Der Süden lockt. Schon jetzt im September versammeln sich die ersten Vögel für ihren alljährlichen Zug ins Winterquartier. Und das sind gar nicht wenige: "Die meisten unserer heimischen Vogelarten sind Zugvögel – und jede Art hat dabei ihre eigene Zugstrategie", erklärt Peer Cyriacks von der Deutschen Wildtier…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Natur & Umwelt

Der Süden lockt. Schon jetzt im September versammeln sich die ersten Vögel für ihren alljährlichen Zug ins Winterquartier. Und das sind gar nicht wenige: "Die meisten unserer heimischen Vogelarten sind Zugvögel – und jede Art hat dabei ihre eigene Zugstrategie", erklärt Peer Cyriacks von der Deutschen Wildtier Stiftung. "Der Trieb zum Zug ist angeboren und muss nicht aktiv erlernt werden, auch wenn die Flug-Strategien der einzelnen Arten höchst unterschiedlich sind."

Artikelbild

Andrej Chudý (CC BY-SA 2.0)

Von frühen und späten Fliegern

Zu den frühen Fliegern gehören unter anderem die Trauerseeschwalben. Sie haben sich bereits Ende August auf den Weg Richtung Afrika gemacht. „In Holland legen sie am Ijsselmeer einen Zwischenstopp ein, um sich mit Fisch die nötigen Fettreserven anzufressen“, erklärt Cyriacks. Nach gut zwei Wochen setzen sie dann ihren Flug fort. Rund acht Wochen später erreichen sie dann ziemlich abgemagert ihr Ziel an der westlichen Atlantikküste Afrikas.

Mittel- und Kurzstreckenzieher wie Kraniche und Gänse fliegen dagegen erst sehr spät los. Sie sind vor allem im Oktober tagsüber in typischer V-Formation am Himmel zu beobachten. Dabei unterstützen sich die Vögel gegenseitig: Kraftaufwendige Flugpositionen werden regelmäßig gewechselt. Das ist clever. Wer lange vorne geflogen ist, kann an anderer Stelle weiter hinten Energie sparen und sich erholen.

Artikelbild

Tony Hisgett (CC BY 2.0)

„Erst im späten Herbst machen sich dann die Letzten auf die Reise, um dem Nahrungsmangel im Winter bei uns auszuweichen“, erklärt Cyriacks. "Insektenfresser wie Rohr- und Laubsänger, Grasmücken und Schwalben finden nur im Frühjahr und Sommer genug Futter. Sie würden in bevorstehenden Frostperioden bei uns verhungern."

Nonstop-Flieger und Bummelanten

Aber auch in der Art, wie sie fliegen, unterscheiden sich die verschiedenen Zugvögel. Einige Arten ziehen am Tag, manche nur in der Nacht. „Es gibt Nonstop-Flieger, die den kürzesten Weg auch übers Meer nehmen; andere wieder lassen sich Zeit und fliegen nur über Land“, so Cyriaks. So fliegt eine nordamerikanische Grasmückenart auf ihrem Weg von Kanada aus nach Südamerika 2.500 Kilometer weit nonstop über den Atlantik. Auf dem Rückweg im Frühjahr wählt sie stattdessen den bequemeren Weg mit Zwischenstopp in Florida.

Artikelbild

Donald Macauley  (CC BY-SA 2.0)

Rekordhalter unter den Greifvögeln ist die Wiesenweihe: Ein mit einem Sender bestücktes Männchen schaffte einmal die rund 1.200 Kilometer lange Strecke von Belgien ins spanische Bilbao an nur einem Tag. Weitere Langstreckenflieger sind Weißstorch, Kuckuck, Nachtigall oder die Küstenseeschwalbe. Auch der seltene Schreiadler ist ein Langstreckenflieger. Er kann in Höhen von bis zu 2.000 Metern aufsteigen und etwa 100 Kilometer pro Stunde schnell werden. Schreiadler fliegen nicht in Formation, sondern immer paarweise. Die Jungvögel allerdings machen sich ganz allein auf den Weg.

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