
Nicht alles was ein Kabel hat …

Schweben – ein Menschheitstraum
Schon vor etwa eintausend Jahren existierten frühe Formen der Seilbahn in Japan; sie dienten dazu, Schluchten zu überwinden und bestanden aus geflochtenen Körben, die mit Muskelkraft bewegt wurden. Für Europa werden ab dem 15. Jahrhundert entsprechende Einrichtungen erwähnt; doch es bedurfte der Dampfmaschine (1712, verbessert 1769) und des Stahlseils (1834), um nennenswerte Fortschritte zu machen. Die erste alpine Luftseilbahn für den Personentransport in Mitteleuropa war die Kohlerer Bahn in Südtirol, die 1908 in Betrieb ging und bis heute fortgeführt wird. Seilbahnen dienen keineswegs immer dazu, Höhenunterschiede zu überwinden – sie können auch Buchten, Flüsse oder Straßen überbrücken. In dieser Eigenschaft sind sie nicht selten in Großstädten anzutreffen, die mehr und mehr auf dieses ausgesprochen praktische Konzept setzen. Schließlich brauchen die Stützpfeiler und Stationen der Bahnen wenig Platz. Der automatisierte Betrieb erfolgt kostengünstig, ist dank Elektrobetrieb ausgesprochen ökologisch und zudem wenig unfallträchtig. Allerdings lassen sich keine großen Menschenströme auf diese Weise transportieren – die Seilbahn wird also nicht in Konkurrenz zu Bussen und Bahnen treten können. Dafür beeindrucken die schwebenden Luftbrücken mit urbanem Flair, einzigartigen Aussichten und großer Anziehungskraft auf Touristen. Es gibt also gute Gründe, auch weiterhin auf sie zu setzen – und sich mit leichter Hand zu seinem Ziel bringen zu lassen.




