Schokolade – Speise der Götter (Podcast 14)
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Schokolade – Speise der Götter (Podcast 14)

Bild: Foto: Marlis Decker, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Ein Geschenk des Himmels ist sie, die Schokolade. So will es zumindest die Legende: Der gefiederte Gott des Windes - Quetzalcóatl - war es, der die Kakaobohne zu den Azteken auf die Erde brachte, den Indios galt der Kakao daher als heilige Pflanze. Sie diente als Opfergabe für Götter und Könige. Der Herrscher der Azteken soll Schokolade täglich genossen, das heißt getrunken haben. Außerdem waren die Kakaobohnen bei den Indios offizielles Zahlungsmittel: Ein Hase kostete zehn, hundert war der Preis für einen Sklaven.

"Quetzalcóatls Gabe"

Ein Geschenk des Himmels ist sie, die Schokolade. So will es zumindest die Legende: Der gefiederte Gott des Windes - Quetzalcóatl - war es, der die Kakaobohne zu den Azteken auf die Erde brachte, den Indios galt der Kakao daher als heilige Pflanze. Sie diente als Opfergabe für Götter und Könige. Der Herrscher der Azteken soll Schokolade täglich genossen, das heißt getrunken haben. Außerdem waren die Kakaobohnen bei den Indios offizielles Zahlungsmittel: Ein Hase kostete zehn, hundert war der Preis für einen Sklaven.

Das verschmähte Geschenk

Diese erste Schokolade, ein schäumendes scharf-bitteres Gebräu, soll Kolumbus allerdings nicht geschmeckt haben. Er zeigte deswegen auch kein weiteres Interesse an dem Sack mit den Bohnen. Erst siebzehn Jahre später, im Jahr 1519, erkannte ein anderer Spanier den Wert des Kakaos.

Der „göttliche Trank“

Am Hof Montezumas II. soll der Eroberer Hernando Cortez aus einer goldgefassten Schale seine erste Schokolade getrunken haben. Der göttliche Trank, schrieb der Konquistador an seinen König Karl I. von Spanien, erzeuge Kraft und bekämpfe Müdigkeit. Eine Tasse dieses wertvollen Getränks ermögliche es einem Mann, einen Tag lang ohne Verpflegung zu marschieren. Cortez nahm sich den Kakao - und zerstörte das aztekische Imperium. 1528 segelte er zurück nach Europa und brachte die braunen Bohnen an den Hof des spanischen Königs.

Die Kolonialherren ließen in den folgenden Jahrzehnten Kakaoplantagen in Mexiko und Ecuador angelegen, in Venezuela, Peru, auf Jamaika und Haiti. Bei der Zubereitung ging die alte Welt allerdings eigene Wege.

Durch den Zusatz von Zucker, Vanille oder anderen Gewürzen wurde aus der bitteren aztekischen tchocolatl die süße spanische chocolate. Vor allem Klosterküchen zeigten sich in der Entwicklung neuer Rezepte führend. Die Kakaobohnen waren den Spaniern so wertvoll, dass es fast ein Jahrhundert und die Heirat der spanischen Prinzessin Maria Theresia mit Ludwig XIII. brauchte, bis das Geheimnis des köstlichen Göttertranks nach Frankreich gelangte. 1657 schließlich kam die Schokolade nach England, und bald avancierten Schokoladehäuser in ganz Europa zu Zentren des geselligen Lebens der oberen Klassen.

Die erste Essschokolade

Die erste Firma, der es gelang, Essschokolade herzustellen, war 1847 das englische Unternehmen J. S. Fry & Sons. Das Ergebnis soll körnig gewesen sein und von ziemlich aufdringlichem Aroma. Doch damit begann der weltweite Siegeszug der Tafelschokolade.

In Deutschland gehörten der Aachener Apotheker Leonard Monheim und Franz Stollwerck zu den ersten, die sich mit der Schokoladen-Herstellung beschäftigten. Monheim begann 1857 mit der Produktion seiner „Gesundheitsschokolade“. In Holland waren es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Droste, Suchard in der Schweiz und Baker in den USA, die mit immer neuen Techniken und Mixturen produzierten. Daniel Peter und Henri Nestlé erfanden 1875 die Milchschokolade, 1913 präsentierte Séchaud in Montreux die erste gefüllte Schokolade.

Heute werden weltweit jährlich einige Millionen Tonnen Rohkakao zu Schokoladen, Pralinen oder Schokoriegeln verarbeitet. Mehr als neun Kilo nascht jeder Bundesbürger davon im Jahr. Als Weltmeister im Schokoladenverzehr werden immer wieder die Schweizer und die Belgier genannt. Fakt ist: Schokolade ist zum Glück längst nicht mehr nur den Herrschern oder dem Adel vorbehalten. Aber für viele ist und bleibt sie eine himmlische Köstlichkeit. Quetzalcóatl sei Dank.

Warum Schokolade glücklich macht

Schokoladen bestehen aus annähernd 500 Substanzen. Und lediglich 200 Verbindungen sind bisher identifiziert. Keine Frage: Sich einer Tafel hinzugeben, kann Verzückung auslösen und manchmal Enttäuschung, in seltenen Fällen aber kommt es zum Gefühl der Selbstvergessenheit. Das ist der Moment, in dem sich die Augen schließen und ein tiefer Seufzer alles ausdrückt. Dann spielen Zeit und Raum keine Rolle mehr und alles ist gut.

Warum das so ist? Dafür gibt es zahllose Gründe, aber nicht alles lässt sich erklären. Da ist beispielsweise die äußere Erscheinung der Tafeln. Manche glänzen verführerisch wie ein Mahagoni-Möbel, andere schillern haselnussfarben, wiederum andere scheinen aus Ebenholz. Und dann der Duft! Er erregt und lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Oder er kann Entspannung bringen und ein wohliges Gefühl hervorrufen. Letzteres wurde wissenschaftlich nachgewiesen und liegt unter anderem daran, dass Schokolade die Alpha- und Beta-Aktivität der Hirnströme erhöht.

Ein bisschen verliebt

Ist die Schokolade auf der Zunge angekommen, spürt der Organismus, das etwas ganz Besonderes auf ihn zukommt. In der Kakaobohne ist unter anderem ein Stoff enthalten, den der Körper beim Verlieben freisetzt: Phenyletylamin. Jeder Schokoladengenuss kann einem daher ein klein bisschen Verliebtsein vorgaukeln. Dass er in jedem Fall anregend ist, liegt zusätzlich an den weiteren Inhaltsstoffen Theobromin und Koffein. Sie erhöhen die Pulsfrequenz und den Blutdruck, können sogar die Bronchien erweitern. Darüber hinaus finden sich in Schokolade Kohlenhydrate, Ballast- und Mineralstoffe sowie Vitamine.

Glücklich und gesund?

Bereits bei den Ureinwohnern Mittelamerikas wurde der Kakao auch als Stärkungsmittel und Arznei verwendet. Heute ist man den Gründen auf der Spur. Je dunkler eine Schokolade ist, desto gesünder scheint sie zu sein. Denn dann enthält sie mehr pflanzliche Substanzen, so genannte Flavonoide, die vor Arterienverkalkung schützen. Wissenschaftler der Penn-State-Universität vermuten, dass diese Pflanzenstoffe den oxidativen Stress senken und so einen schützenden Effekt auf das Herz-Kreislauf-System ausüben.

Und was den angeblich so schädigenden Zucker in den Tafeln angeht: Laut einer schottischen Studie, der eine Langzeitbeobachtung von 3.000 Schulkindern zugrunde liegt, hält die Kakaobutter in der Schokolade den Zucker von den Zähnen ab. Wer hätte das gedacht? Selbst wenn vieles noch unbewiesen ist, eines ist sicher: Ein besonderes Stück Schokolade macht zwar nicht schlanker, aber glücklicher. Man muss ja nicht gleich die ganze Tafel essen.

Michael Fischer, wissen.de-Redaktion

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